Auf nach Tokyo… [04.09.2014]

Heute Vormittag hieß es wieder Koffer packen, die Reise führte weiter von Kyōto in die Metropole Tokyo. Wie, wenn nicht mit dem Shinkansen könnte man die 500km in die Hauptstadt am schnellsten zurücklegen. Da wir dieses Jahr ohne den Japan-Rail-Pass unterwegs sind, entschieden wir uns heute für den Nozomi, der Kyoto in unschlagbaren 2:20 Stunden mit Tokyo verbindet! Von solch einer Verbindung träumt ein jeder Pendler in Deutschland. Die pünktliche Abfahrt und Ankunft inbegriffen, die Verspätung aller Shinkansen liegt im Durchschnitt bei unter 5 Minuten pro Tag! Ein kleiner Imbiss aus der Bento-Box durfte natürlich nicht fehlen. Übrigens, der Hochgeschwindigkeitsverkehr in Japan feiert in diesem Jahr sein 50. Jubiläum und gilt seither als sicherster Hochgeschwindigkeitszug. IMG_0325.JPGIMG_0326.JPGIMG_0327-0.JPG Tokyo beeindruckt wieder von der ersten Minute. Kein Vergleich zu den Millionenstädten Kōbe und Ōsaka mit zusammen etwas über 4 Millionen Einwohnern oder gar zu Kyōto mit immerhin noch 1,5 Millionen. Über 9 Millionen Menschen leben in der Stadt und die Metropolregion mit ihren 37,5 Millionen Einwohnern gilt als die größte der Welt! Jeder Stadtbezirk ist eine Stadt in der Stadt. Wie auch beim letzten mal, ist Akasaka unsere Ausgangsbasis für die Erkundung der Hauptstadt Japans in den nächsten 3 Tagen.
Den angebrochenen Nachmittag nutzen wir, um endlich einmal eine der unzähligen Spielhöllen von innen zu sehen! Bei aller Vorstellungskraft, sobald sich die Türen öffnen, scheint man in eine andere Welt abzutauchen. Die automatischen Türen öffnen sich, der Straßenlärm wird durch einen kurz vor der Schmerzgrenze stehenden Lärmpegel jäh übertönt. Das kreischendes Geräusch, in dem man Musik, Automatengepiepe, Sirenen, Geldgeklimper und vieles andere undefinierbares in Ansätzen wahrnehmen kann, begleitet einen bis man die Spielhalle durch den nächstgelegenen Ausgang wieder verlässt. Über mehrere Etage reihen sich die Spielautomaten aneinander und Generationen (!!) von Japanern füttern diese mit einer Münze nach der anderen. Sollte der Jackpot mal etwas länger auf sich warten lassen, besteht die Möglichkeit, sein Mobile-Device direkt am Automaten zu laden und sich auch mit dem notwendigsten wie bspw. Cup-Noodles einzudecken. Manch einer der Spieler hat einen mit einem Blinklicht versehenen Wagen mit hunderten (tausenden?) Münzen hinter sich stehen. Wieviele Cup-Noodles da wohl drauf gegangen sind? Nachdem wir dem Lärm trotzten entschlossen wir uns doch noch an einem Automaten unser Glück zu versuchen. Es kann jedoch unerwähnt bleiben, dass die 1.000¥ in kürzester Zeit in den Sand gesetzt wurden…IMG_0328-0.JPGIMG_0329-0.JPG

Victoria Peak & Abschied [02.09.2012]

Die Rundreise neigt sich dem Ende zu… Entsprechend gemütlich sind wir den letzten Tag angegangen!

Nach einer kleinen Shopping-Tour am Mittag ging es gegen Abend mit der „Peak-Tram“, einer zum Ende des 19. Jahrhundert eröffnete Bergbahn, auf den rund 600m hohen Victoria-Peak, des höchsten Berges auf Hongkong-Island. Von hier aus hatte man einen phänomenalen Ausblick auf das beleuchtete Hongkong! Ein würdiger Abschied, zumal das Wetter heute entsprechend mitgespielt hat.

Mit der „Peak-Tram“ ging es auch wieder hinab, in Richtung „Causeway Bay“ einem Hafenteil in dem die Menschen noch auf Booten leben. Wohl nicht ganz so spektakulär wie Aberdeen auf der anderen Seite von Hongkong-Island. Einen Eindruck über die Wohnverhältnisse hat es einem allemal gegeben…

Nach einem Thailändischen Abendessen ging es mit dem Streetcar, Hongkongs alter, wackliger Doppelstock-Strassenbahn – die uns in den vergangen Tagen gute Dienste geleistet hatte – letztmals auf windige Fahrt zum Hotel!

Nun heißt es Koffer packen (und auf streikfreien Rückflug mit Lufthansa hoffen) und an die schönen letzten Wochen in Beijing, Tokyo, Sapporo, Hiroshima, Kyoto, am Mt. Fuji und Hongkong zu denken, verbunden mit der Vorfreude auf zu Hause und die gewohnten Umgangsformen in Deutschland…

SAYONARA!

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Der „Fujisan“ [29.08.2012]

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Heute Vormittag ging es mit dem Bus und einer (wie alle bisher) netten, englischsprachigen Reiseleiterin hinaus ins „Hinterland“ zu dem für Japaner heiligen Mt. Fuji (Fujisan) und umgangssprachlich auf deutsch, dem Fujiyama. Der Fujisan ist mit über 3.600 Metern der höchste Berg Japans und gilt immer noch als aktiver Vulkan.

Die zweistündige Fahrt von Tokyo führte über den Expressway hinaus ins Grüne und hinein in Tiefe Täler und steile Berghänge. Wenn man diese steilen, unbewohnten Berge sieht, ist klar weshalb es so große Städte gibt. Japans Landfläche ist vergleichbar mit Kalifornien, wobei aufgrund der steilen Gebirgsketten nur rund 30% bewohnbar ist. In diesem geringen bewohnbaren Landstrichen, müssen jedoch rund 120 Millionen Japaner unterkommen. Es bleiben somit meist nur die Ebenen, wo die Städte immer größer und enger werden oder alternativ muss dem Meer immer mehr Land abgerungen werden.

Jeder Japaner muss in seinem Leben einmal den Gipfel des heiligen Berges bestiegen haben… Wir erreichten nur die letzte mit Fahrzeugen erreichbare 5. Bergstation auf rund 2.400 Metern Höhe. Von hier aus setzen sich Menschenkarawanen in Richtung Gipfel in Bewegung. Das „Lebensziel“ kann bei guten Wetterbedingungen in rund 20 Stunden (8-10 für den Aufstieg, 5-6 für den Abstieg) erreicht werden. Wir genossen nur den Ausblick über den Wolken auf dem sehr gut sichtbaren Gipfel! Keine Selbstverständlichkeit, der Fujisan gilt als sehr schüchtern, meist verbirgt er sich hinter dichten Wolken…
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Nach dem Besuch eines kleinen buddhistischen Tempels auf der Bergstation ging’s mit einem neuem Glücksbringer für Langlebigkeit mit dem Bus weiter nach Hakone, einer kleinen Stadt mit vielen kleinen heissen Quellen, den sogenannten Onsen-Bädern. Am Lake Ashi ging es mit einem „kitschigen“ Piratenschiff über den See und einer Bergbahn hinauf auf den Gipfel des Mt. Komagatake. Ab hier spielte das Wetter nicht mehr mit und wir standen in einer dichten Nebelsuppe.

Zurück in Tokyo hieß es bereits von der Hauptstadt und Japan bei leckerem Shusi (mit Thunfisch, Makrele, Tintenfisch, Kaviar, Aal, Muschel anderen Leckereien) Abschied zu nehmen! Am Morgen geht es auf der Asienreise weiter nach Hongkong.

Was bleibt? Ein durchweg positives Fazit! Scheinbar nirgends sonst auf der Welt steht man als Gast so sehr im Mittelpunkt und erfährt Respekt und Gastfreundschaft, wie in Japan. Der Umgang in der Gesellschaft ist durchweg geprägt von Höflichkeit. Wir werden die vielen Verbeugungen und persönlichen Ansprachen vermissen… Auch das geordnete Chaos findet man wohl nur hier. Der Kontrast zwischen Naturschönheiten (Hokkaido, Mt. Fuji, …), Tradition (Kyoto, …) und der Moderne (Tokyo, …) ist allemal eine Reise wert! Was auch bleibt ist die Erkenntnis, dass man als Japaner wohl immer (Gott sei dank?!) seine kindliche Ader behält. Wie sonst kann man sich die vielen Pinguine, Bärchen, Katzen, Hunde (usw…) erklären, die einen in kindlicher Weise auf die Gefahren des Alltags aufmerksam oder die neusten Werbebotschaften bekannt geben. Oder aber auch die singenden Ampeln und überhaupt die vielen Lichter. Da werden im Gegenzug unsere Straßen zu Hause dunkle Gassen sein. Japan hat außerdem, trotz aller bisherigen Bemühungen, immer noch mächtiges Potential was sein Energieproblem nach Fukushima betrifft. Nur langsam wächst das Verständnis der Bevölkerung, dass man geschlossene bzw. nach außen offene Räume nicht zwingend auf Kühlschrankniveau herunter kühlen muss und man auch die ein oder andere Beleuchtung nicht benötigt (Vorbild: Metro von Tokyo).

Der Tourismus ist nach dem Erdbeben und der Katastrophe von Fukushima 2011 massiv eingebrochen! Japan kämpft daher um die Rückkehr der Touristen. Wir können und wollen daher allen von Herzen empfehlen: Visit Japan and enjoy!

SAYONARA NIPPON!

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Zurück in Tokyo [28.08.2012]

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Heute morgen verliessen wir die spirituelle (und alte) Hauptstadt in Richtung Tokyo. Es bedeutet auch, vom ruhigen Treiben (in Kyoto scheint alles etwas gemächlicher zu zugehen) in die Millionenmetropole und die Alltagshektik zu wechseln. Es ging zum letzten mal mit dem Shinkansen auf Tour. Auf der rund 3-stündigen Fahrt, meist an der Küste entlang, konnten wir unterwegs bereits eine ersten Blick auf den heiligen Berg „Fujisan“ werfen, dem wir morgen einen Besuch abstatten werden.

In Tokyo angekommen fanden wir uns gleich wieder zurecht! Heute sollte es zum Sonnenuntergang direkt an den Hafen gehen, auf die 1997 aufgeschüttete und neu bebaute künstliche Insel „Harumi“. Von der aus wir einen schönen Blick auf die Skyline von Tokyo und die berühmte „Rainbow-Bridge“ hatten. Mit dem Bus ging es dann in die Einkaufsglitzerwelt von „Ginza“, einem Stadtteil nahe der Tokyo Station mit allerlei großen Markenherstellern…

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Übrigens! Wir wissen jetzt woher der Abt in Kyoto so gut deutsch konnte… Im japanischen Fernsehen läuft ein Deutsch-Kurs im Bildungskanal! 😉

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Einmal durch Tokyo… [22.08.2012]

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Der Tag begann mit einem Spaziergang durch Akasaka vorbei an einem Tempel, der als einer der ältesten in Tokyo gilt. Ruhig liegt er inmitten von Hochhäusern und dient wohl so manchem Geschäftsmann zum ausruhen in der Mittagszeit. Schön anzusehen waren die Tafeln, an denen die Gläubigen Ihre Wünsche, Gebete entweder auf kleinen Papierrollen oder schön gestalteten Holztäfelchen befestigten.

Weiter ging es durch das Regierungsviertel, vorbei an einer lautstarken Demonstration im Sinne einer nuklearen Abrüstung (mit sehr viel Polizeipräsenz) zum Parlamentsgebäude und von dort aus weiter zum Obersten Gerichtshof.

An der Shibuya Station befindet sich eine der größten Fussgängerkreuzungen von Tokyo. Der Autoverkehr stoppt komplett und die Menschenmassen strömen in alle Richtungen über die Kreuzung. Vom Starbucks konnten wir vom ersten Stock bei einem kühlen Frappoccino den Massen entspannt zusehen. Übrigens: An der Shibuya Station wartete früher immer morgens ein treuer Hund auf einen Professor und begleitete ihn zur Universität und am Abend wieder zurück. Als der Professor starb, wartete der Hund noch eine ganze Ewigkeit, jeden Morgen am Ausgang des Bahnhofs auf den Professor… Als auch der Hund starb, entschieden die Tokioter Bürger, dem treuen Weggefährten des alten Professors ein Denkmal zu setzen…

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Weiter ging es zum im März neu eröffneten „Skytree“, Tokyos neues 634m hohen Wahrzeichen mit Aussichtsplattform. Auf den Aufstieg verzichteten wir aufgrund der stundenlangen Wartezeit… Außerdem hatten wir einen kostenlosen Panoramablick bereits vom Rathaus…

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Der Turm liegt quasi bereits im alten Stadtteil Asakusa, der durch seine vielen Tempel – u.a. den Sensō-ji, dem ältesten und bedeutendsten Tempel von Tokyo, mit seiner riesigen Laterne am Eingangstor, berühmt ist! Eine wunderschöne Anlage…

Auf der Suche nach etwas essbaren, sprach uns eine japanische Lehrerin an und bot uns spontan ihre Hilfe auf der Suche nach einem Lokal an. Auch sie zeigte sicherer interessiert über Deutschland und äußerte klar ihre Abneigung gegen die Energieverschwendung durch Leuchtreklamen und auf Kühlschrank Niveau kühlende Klimaanlagen sowie auf die Atomkraft in Japan! Es tut sich was in Japan…

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