Tokyo, ein Ausflug in den „Vorort“ Yokohama [13.10.2015]

Kaum angekommen, wollten wir heute mal aus Tokyo heraus. Yokohama war noch Neuland und so brachen wir mit der U-Bahn und dem Vorortzug auf. Man merkt jedoch gar nicht, dass man Tokyo verlässt. Die Häuserschluchten reihen sich eine nach der anderen. Nach rund 40 Minuten hatten wir Yokohama, quasi den Vorort von Tokyo mit seinen 3,5 Mio Einwohnern erreicht. Im übrigen ist die Stadt bei in Japan lebenden Ausländern beliebt. Ist sie doch etwas ruhiger als Tokyo und beherbergt die bekannte International School of Yokohama, an der auch viele deutsche Kinder unterrichtet werden.

Von weitem ist bereits der „Landmark-Tower“, das höchste Gebäude Japans sichtbar. Seine fast 300 Meter überragen alles. Unser Rundgang führte uns durch eine um den „Landmark-Tower“ gebaute Shopping-Mall, die durch ihre kurvenfahrenden Rolltreppen auffällt. Eine Konstruktion die wir – wenn sie überhaupt irgendwo sonst auf der Welt aufgebaut ist – mit Sicherheit den Japanern und ihrem Drang nach etwas Besonderem zu verdanken haben. 🙂
Weiter ging es an der schönen Hafenpromenade vorbei und alten Backsteingebäuden, die früher dem Umschlag von Waren dienten und heute, vollständig saniert, wieder Geschäfte beherbergen. Von weitem vernahmen wir aber etwas vertrautes, den Klang von Trompeten, Musik, Schunkelmusik… Tausende Kilometer von Deutschland entfernt konnten wir es recht schnell erkennen. Zwischen den Backsteinbauten, direkt am Hafen war eine kleine Zeltstadt aufgebaut und neben den deutschen Fahnen stand dort in großen Lettern, Oktoberfest Yokohama! Mensch, hätte ich doch nur meinen, vor ein paar Wochen auf dem echten Oktoberfest gekauften Hut, dabei gehabt. Ich wäre eine Hauptattraktion gewesen. 🙂 An einer kurzen Rast wollten wir uns jedoch nicht weiter aufhalten, einmal weil es noch recht früh für eine Maß gewesen wäre, andererseits aber auch umgerechnet rund 25€ (aktuell auf der Wiesn „nur“ 10,50€) gekostet hätte. Zugegeben, lustig wäre es zwischen all den Japanern gewesen, die sich Bier, Brezel, Sauerkraut und Würstchen angetan haben…
Für uns ging es jedoch weiter, vorbei am neuen Kreuzfahrtterminal (weshalb hier ein Flugzeugträger anlandete, ist mir ein Rätsel) und dem Ausländerfriedhof, auf dem viele Ausländer aus der Gründungszeit von Yokohama ihre letzte Ruhe fanden. Die Gegend rund um den Friedhof ist auch heute noch  bei den vielen im Großraum Tokyos arbeitenden Ausländern beliebt bei der Wohnungssuche. Am Fuße des Viertels liegt „Chūkagai“, Chinatown von Yokohama. Über 500 Geschäfte und Restaurants bieten hier ihre Waren und Dienstleistungen an.
Direkt von Chinatown konnten wir zurück nach Tokyo, genauer nach Shibuya fahren. Der Zug ändert auf dieser Fahrt mehrfach seine Linienzuordnung und Zuggattung (aus U-Bahn wird Local wird U-Bahn, …) und kommt dennoch nahezu auf die Sekunde pünktlich an und die Fahrgäste merken von diesen betrieblichen Abläufen kein bisschen! So sollte ein vernetztes Eisenbahnsystem sein.
Shibuya dürfte dem aufmerksamen Blogleser mittlerweile ebenfalls ein Begriff sein (falls nicht, einfach mal suchen). Vielmehr vielleicht die am Bahnhof liegende Kreuzung, bei der auf einmal alle Fußgänger (und das sind einige) aus allen Richtungen die Straße überqueren und anschließend die Kreuzung wieder in der Hand der Autos liegt. Auch Hachiko, der treue Hund, wartet immer noch an der gleichen Stelle. Es ist schön, wenn einem viele Dinge in einer so großen Stadt bereits vertraut vorkommen. Wobei zugegeben auf der Rückfahrt zum Hotel der Eingang der entsprechenden „Ginza-Line“ doch etwas schwerer zu finden war. Zum Abendessen gab es zuvor jedoch Sushi, bestellt über ein Tablet und an den Platz geliefert mittels eines vollautomtischen Schlittens auf einem Magnet-Schienensystem. Kannten wir zwar schon, dennoch wieder eine gute Wahl für den Abschluss des Tages.

Fukuoka, auf dem Weg nach Tokyo [11.10./12.10.2015]

Auf dem Weg von Nagasaki nach Tokyo folgte ein kurzer Stopp in der, mit rd. 1,5 Mio Einwohnern, größten Stadt auf der Insel Kyūshū. Eigentlich gibt es über die Metropole recht wenig zu sagen, wäre da nicht diese eine Eigenart der Japaner, mit der ein Europäer erstmal klar kommen muss… Das Wort „nein“ existiert zwar als Wort „いいえ“ (iie), aber wohl nicht im (alltäglichen) Sprachgebrauch. Zu spüren bekamen wir es beim Checkin im Hotel. Auf die Frage nach einem Nichtrauerzimmer antwortete die Dame am Empfang: „Hai, Non-*hfff*-Smokingroom, (wobei *hfff* für ein Geräusch steht, das man macht, wenn man sich die Finger verbrennt)“, verbunden mit einem fragenden Blick. Unsere Bestätigung konnte da eigentlich nur „Hai“ lauten… Am Ende landeten wir im Raucherzimmer (alle anderen waren ausgebucht) und waren auch nach dem dritten Aufenthalt um eine Erfahrung reicher: Japaner werden dir nie und nimmer ins Gesicht sagen, dass ein Wunsch nicht wirklich erfüllbar ist: ein Nein im klassischen Sinne gibt es nicht. Vielmehr wird das Negative positiv verpackt. Ganz egal wie, es gilt absofort auch zwischen den Zeilen zu lesen und nicht voreilig alles mit „Hai“ zu bestätigen. Dass die Nacht im Raucherzimmer einigermaßen annehmbar war, dafür sind die kleinen Geräte in den Hotelzimmern verantwortlich, die wie kleine transportable Klimaanlagen aussehen. Die Ionenkanonen beschießen quasi die Geruchspartikel in der Luft und neutralisieren diese… Auch nützlich um, Kleider zu lüften.
Zuvor gab es allerdings noch eine Besonderheit der Stadt Fukuoka: Die „Yatai“. Hierbei handelt es sich um mobile Essensstände, die allabendlich auf die Straßen gerollt und aufgeklappt werden, an denen man um die Garküche herum auf Schemeln und Bänkchen Platz nehmen und essen kann. Gereicht werden japanische und vorallem auch lokale Spezialitäten.
Am nächsten Morgen erfolgte dann die Abreise mit ANA und dem Langstrecken-Dreamliner, der auf Inlandsstrecken noch eine Menge mehr Passagiere aufnehmen kann, als man vermutet. Gegen Nachmittag war es dann wieder soweit: Tokyo hat uns wieder. Langsam haben wir uns von der Provinz in Obama, über „kleine“ Städte wie Nagsaki (400T Einwohner) und Fukuoka (1,5 Mio.) in die Metropolregion und den größten Ballungsraum der Welt, Tokyo mit über 35 Mio Menschen, erreicht… 🙂

Odaiba und Cat-Café [07.09.2014]

Am Ende der Reise ging es heute nach Odaiba. Zuvor jedoch ging es in den Park „Hama-rikyu“, einer ehemaligen Jagdanlage der damaligen Schogune. Umrandet von den Hochhäusern Shinbashi’s und den Ausläufern des Hafens stellt diese schön gestaltete Parkanlage einen Hort der Erholung inmitten des geschäftigen Treibens dar! Eine Besonderheit ist die Verbindung der Fluss- und Teichanlagen mit dem Hafengewässern, womit diese als einziger Park durch die Gezeiten beeinflusst und deren Wasserläufe entsprechend gesteuert werden. IMG_0337.JPGIMG_0338.JPG Mit einem Wasserbus, die in Tokyo zum öffentlichen Personenverkehr gehören wie die Metro, ging es weiter nach Odaiba. Die Ende der 70er-Jahre fertiggestellte, künstliche Insel in der Tokyoter-Bucht. Nach dem Erfolg der Expo 85 sollte die Insel das Leben von Morgen repräsentieren. Die automatische Hochbahn, die neben der bekannten Rainbowbridge die Insel mit dem Festland verbindet passte da sicherlich gut ins Bild. Eine Wirtschaftskrise Anfang den 90er machte diesen Traum relativ schnell zunichte. Die Insel war nahezu ausgestorben. Die Verwaltung entschloss sich daher aus dem ehemaligen Businessviertel ein Unterhaltungs- und Einkaufsviertel zu machen. Heute findet man hier riesige Mall’s mit Einkaufsmöglichkeiten, Showrooms von Toyota und Panasonic, dem Stadtstrand, Hotels, Restaurants und entsprechend viele erhohlungssuchende Hauptstadt-Japaner…IMG_0341.JPGIMG_0339.JPG Weiter ging es am späten Nachmittag nach Shibuya auf der Suche nach einem der in Japan beliebten Katzen-Cafés. Man muss wissen, dass die Japaner an sich nicht die Zeit und in ihren Wohnungen nicht wirklich den Platz haben um sich Haustiere anzuschaffen. Findige Unternehmer kamen daher auf die Idee, den Japanern dennoch die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit den Samtpfoten zu ermöglichen – mit den Cat-Cafés! Nach einer Internetrecherche und kurzer Suche fanden wir im 3. Stock eines Gebäudes (wie so alles nicht im Erdgeschoss zu finden ist…) ein solches Café und eine entsprechende Warteschlange. Für rund 1.000¥ hat man dann nach gründlicher Einweisung im Umgang mit den Tieren die Möglichkeit für 30 Minuten bei einer Tasse Kaffe oder Tee mit den Katzen zu spielen und zu schmusen (wenn man denn eine zu fassen bekommt). Dies muss man eigentlich einmal erlebt haben 😉 IMG_0342.JPGIMG_0343.JPG Nun heisst es Koffer packen, morgen geht es (leider) schon wieder an den Flughafen und zurück nach Hause… 😦

Zwischen Fischmarkt, Kaiserpalast und Roppongi [06.09.2014]

Etwas früher als sonst üblich ging es heute zum größten Fischmarkt der Welt dem Tsukiji-Fischmarkt. Dort werden die ganze Woche über (außer Sonntag) täglich über 2,5 Tonnen Meeresfrüchte angeboten. Entsprechend eng, geschäftig und nass geht es auf dem Gelände zu. Man wird stetig erinnert, dass dieser Ort nicht für Sightseeing sondern für den Handel gebaut wurde. Auf dem Gelände muss man sich immer wieder vor wild umherfahrenden kleinen Karren und großen LKW in Acht nehmen. Man merkt schnell, dass man hier eher geduldet als willkommen ist. Im Gegensatz zu anderen, hielten wir uns diskret im Hintergrund und konnten dennoch in die Materie eintauchen. Bei der morgendlichen Thunfischauktion um ab 5 Uhr wird zwischenzeitlich nur noch ein geringe Anzahl an Besuchern zugelassen, wofür man sich ab 4:30 Uhr vor Ort anmelden muss. Ab 9 Uhr öffnet die Verkaufshalle auch für Besucher die Tore. Von der Auktion haben wir nichts mitbekommen, dennoch gehört ein Sashimi vom frischen Thunfisch am Morgen einfach dazu! Der wohl frischeste und günstigste Thunfisch den man bekommen kann, einfach zu empfehlen… Auf den Kauf eines entsprechenden japanischen Messers bei einem Händler auf der Gelände hingegen kann man verzichten, MUSS es aber nicht 😉 IMG_0336.JPGDSCN5032.JPG Vom Hafen ging es zum Kaiserpalast, den wir vor zwei Jahren leider zeitlich nicht mehr in unser Rahmenprogramm packen konnten. Nach einem schönen Spaziergang durch den östlichen Garten des Palastes ging es weiter an der Palastmauer entlang zur Nijūbashi-Brücke, die den Zugang zum Kaiserpalast, in dem auch der heutige Tennō Akihito lebt, bildet und auf dem die Palastwachen positioniert sind. Ein Gesetz regelt, dass von außen nicht über die Mauern geschaut werden kann. Dies erklärt auch die Entfernung der Hochhäuser von Ginza, dem Geschäftsviertel angrenzend an den Palast. Tradition und Moderne, so nahe und doch so weit voneinander entfernt… IMG_3458.JPGIMG_0335.JPGDer Tagesabschluss fand in Roppongi, dem internationalen Szene- und Ausgehviertel statt. Die neuen, hochgezogenen Wolkenkratzern mit den edelsten Shoppingmeilen quasi auf den Hügeln über Tokyo, neben den angesagtesten Clubs der Stadt. Hier trifft man auf alle Nationen und Generationen. Hier pulsiert das Leben auf hohem Niveau…DSCN5141.JPGIMG_3480.JPG

Akihabara, Elektronik und Mangas [05.09.2014]

Als das größte Geschäftsviertel für Elektronikartikel in Japan gilt Akihabara. Neben den üblichen Spielhöllen – die für mich eigentlich „ausgestorbene“ Firma SEGA betreibt einige davon (Kindheit mit Sonic the hedgehog lässt grüßen) – findet sich eine unzählige Anzahl an mehr oder weniger seriös wirkenden Fachgeschäften zum Erwerb von gebrauchten oder neuen Technikartikeln. Für die Touristen gerne auch gleich als Taxfree angeboten. Das ein oder andere Schnäppchen kann sich hier durchaus lohnen. Das Besondere sind aber auch die kleinen Läden und Verkaufspassagen mit den marktähnlichen Ständen, an denen kleinste Elektronikbauteile und Roboter-Zubehör verkauft werden. DSCN4960.JPGIMG_0331.JPG In den letzten Jahren haben sich auch immer mehr „Maid Cafes„, in denen man von jungen Frauen in Dienst- bzw. Schulmädchenuniform sehr zuvorkommend bedient wird (nicht das was man denkt & in Japan nichts anrüchiges, im Gegenteil!), aber auch eine menge Manga Läden angesiedelt. In diesen werden über mehren Stockwerken alle möglichen japanischen Comics an alle Altersklassen verlauft. Fasziniernd… IMG_0334.JPG