Nagasaki entwickelte sich Mitte des 16. Jahrhunderts mit der Ankunft der Portogiesen von einem kleinen Fischerdorf zu einem, für Japan bedeutenden, Handelsplatz. Anfangs durch die Portugiesen, später vor allem durch die Holländer wurden durch den Handel auch viele bis dahin in Japan unbekannte Produkte (bspw. Knöpfe, Tabak) und Nahrungsmittel (bspw. Brot, Tempura) eingeführt. Mit den europäischen Seefahrern erreichten auch Jesuiten Japan, bauten Kirchen, gründeten Pflegeheime und übernahmen die Stadtverwaltung. Ende des 16. Jahrhunderts verloren die Christen jedoch den Rückhalt der Regionalfürsten und mussten die Verwaltung abgeben. Die Verfolgung nahm weiter zu. 1597 wurden 26 Missionare und zum Christentum kovertierte Japaner im Alter von 12 bis 64 aus ganz Japan nach Nagasaki geführt und wurden dort als Abschreckung gekreuzigt. Die Märtyrer wurden durch den Papst 1862 heilig gesprochen. Man gedenkt ihrerer u.a. in einer, der „Sagrada Familia“ in Barcelona ähnlich aussehenden Kirche, die von einem Schüler Gaudís entworfen wurde.

Die Verfolgung der Christen nahm in den Folgejahren massiv zu und so wurden die Portugiesen auf einer kleine Insel – Dejima – vor der Stadt interniert und mussten alsbald das Land verlassen. Nachdem die Portugiesen das Land verlassen hatten, wurde der Handelsplatz der Holländer nach „Dejima“ verlegt. Diese konnten aufgrund der Konkurrenz zu den Portugiesen, der bisherigen Loyalität mit den Fürsten und der Tatsache, dass durch sie keine Missionsaktivitäten getätigt wurden, unbehelligt im Land bleiben. Die kleine Insel vor der Stadt sollte von nun an das einzige Tor von Japan für den Handel mit der Außenwelt sein. Die Holländer durften die Insel jedoch nur verlassen, um dem Shogun in Edo die Ehre zu erweisen. Ein aufwendiger Ausflug, der je Richtung 90 Tage Zeit in Anspruch nahm.

Trotz der vielen Kirchen in Nagasaki sind auch etliche Tempelanlagen teilweise noch erhalten bzw. rekonstruiert. Es bleibt hierbei jedoch anzumerken, dass hier meist sofort ersichtlich ist, dass diese Tempel aus China stammen (Aufgrund der Farbgebung und Verzierungen). Die Chinesen, denen es auch nur über Nagasaki möglich war, in Japan anzulanden, hatten den Shogunen mit der Errichtung der Tempelanlagen zeigen wollen, dass auch sie Buddhistischen Glaubens sind. Im „Sōfuku-ji“ sind die zwei ältesten in Nagasaki erhaltenen Gebäude und Nationalschätze Japans aus den Jahren 1629 („Daiippō-mon“) und 1646 („Daiyū Hōden“) zu besichtigen.

Als Abschluss des Tages stand noch eine Fahrt auf den Mt. Inasa, Nagsakis Hausberg, auf dem Programm. Der Ausblick auf die in der Nacht strahlend vor einem liegende Stad soll zumindest laut Tourismus Büro einer der schönsten der Welt sein… 😉








