Ortswechsel – Kōbe nach Kyōto [01.09.2014]

Heute ging es mit der JR für super günstige 1.300¥ (etwa 11€) von Kōbe zu unserem nächsten Zwischenhalt ins 80km entfernte Kyōto, der spirituellen Hauptstadt Japans. Grundsätzlich ist für Fahrten innerhalb Japans in erster Linie der Japan-Rail-Pass zu empfehlen, mit dem man nahezu alle Züge der JR nutzen kann. Aufgrund unserer Reiseplanungen haben wir in diesem Jahr allerdings auf den Pass verzichtet. Die japanische Eisenbahn überzeugte mal wieder mit Ihrer außerordentliche Organisation, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit!
In Kyōto tauschen wir das Hotel gegen eine moderne, aber doch sehr typisch japanische (Ferien)Wohnung. Gebucht bei einer netten Japanerin, völlig unkompliziert, über „Airbnb“. Zugleich die Möglichkeit, meine schlechten Japanisch Kenntnisse ein klein wenig anzuwenden 😉 DSCN4615.JPGDSCN4618.JPG Übrigens, nicht nur in der Wohnung selbst, auch im Waschsalon zieht man sich die Schuhe aus… IMG_0311.JPGIMG_0310.JPG

Natur & Spirituelles – Kōbe mal anders… [30.08.2014]

In einer 1,5 Millionen Metropole gewöhnt man sich schnell an die enge Bebauung, die Hochhäuser, die kleinen – manchmal auch grünen – Parks, die ein klein bisschen Farbe und Natur in die Stadt bringen sollen. Natürlich hat auch Kōbe solche Parks, mehr und mal weniger grün. Kōbe hat aber auch den „Rokkō-Bergrücken“! Der Hausberg begrenzt die Ausdehnung der Stadt ins Landesinnere und ist somit auch innerhalb kürzester Zeit erreichbar. Auf den rd. 930 Meter hohen „Rokkō-San“ gelangt man bequem mit der Seilbahn. Oben angekommen, erwartet den Besucher neben der famosen Aussicht auf Kōbe und die Osakabucht auch ein für Ausflügler gestalteter Kräutergarten mit Imbiss, Ausstellungs- und Konzerträumen und allerlei mehr… IMG_0294.JPGTut man es uns gleich und entschliesst sich indes Rückweg zu Fuss und nicht mit der Seilbahn anzutreten kann man die pure Natur des Bergrückens auf teils steilen und schmalen Wegen erwandern und geniesen.IMG_0295.JPGIMG_0298.JPGIMG_0296.JPG Wenn man die Grenzen der Stadt wieder erreicht, bietet Kōbe auch noch ein kleines spirituelles Highlight: einen von drei „großen Buddhas“ von Japan. Den „Hyōgo Daibutsu“ im Tempel „Hōshakuzan Nōfuku“ im Stadteil Hyōgo-ku.

IMG_0299.JPG Der abschliessenden Abstecher zum Strand nach Suma kann eigentlich unerwähnt bleiben, da es sich wegen der Flutmauern im Wasser eher um kleinere Badeseen handelt. Den im Sommer täglich über 1.000 Besuchern ist wohl eher die Abkühlung wichtig, als echtes (zumindest wie wir es kennen) Strandfeeling… Dagegen war der Tagesabschluss beim Shabu-shabu, einer Art Brüh-Fondue, zumindest geschmacklich und zwischenmenschlich ein voller Erfolg. Die Nichte des Kochs stand jederzeit bei der Zubereitung und Beratung trotz Sprachbarrieren freundlich und hilfsbreit zur Seite. Ein gelungener Tagesabschluss…

Japan we can – 2014 – Kōbe, zurück im Land der aufgehenden Sonne [27.08./28.08.2014]

Die 10 Stunden im Jumbojet vergingen im wahrsten Sinne, wie im Flug. Was letztlich an der sehr geringen Auslastung und dadurch auch am super Service und Platzangebot lag. Im hinteren Teil der Eco, zählte man 10-15 Personen, wodurch die mittlere Viererreihe zu einem eigenen Bett umfunktioniert wurde. 😉
IMG_0253-0.JPG Japan hat uns wieder…
>> Wie haben wir das alles vermisst… Die vielen schönen Unterschiede zu Europa 🙂 <<

Der Anflug auf die künstliche Insel des Flughafen Ōsaka-Kansai erfolgte wegen den tiefhängenden Regenwolken quasi im Blindflug.

IMG_3248.JPG Einreise und Zollformalitäten erfolgten wie gewohnt zügig und freundlich! Mit der Schnellfähre wurde in 30 Minuten nach Kōbe, auf die andere Seite der Bucht übergesetzt.

DSCN4050.JPG Kōbe, die Heimat, oder besser gesagt, als Präfektur-Hauptstadt der Namensgeber der berühmten Kōbe-Rinder (dazu später mehr), war 1868 eine der ersten Städte, die über ihren Hafen Ausländern nach hunderten Jahren wieder die Einreise ins Land der aufgehenden Sonne erlaubte. Entsprechende Einflüsse in der Architektur, vor allem im etwas höher gelegenen Kitano sind heute noch zu erkennen.

DSCN4085.JPG Weltweite Aufmerksamkeit erhielt Kōbe im Januar 1995 als das gewaltige „Hanshin-Awaji“-Erdbeben über 6.000 Menschen das Leben kostete, ganze Stadteile vollständig zerstört wurden und die Bilder von der eingestürzten doppelstöckigen Stadtautobahn um die Welt gingen. Erst 2004, erreichte Kōbe nach einer massiven Abwanderung von Bewohnern wieder die Einwohnerzahl von 1995. An das Beben erinnert das Memorial am Hafen im Meriken-Park, bei dem die Trümmer unberührt liegen gelassen wurden.

DSCN4064.JPG Am Ende des ersten Rundgang forderte der Jetlag am frühen Nachmittag seinen Tribut bevor der erste Tag seinen Ausklang mit einem echten Stück Kōbe-Beef nahm. Kōbe-Rinder, die wohl glücklichsten Rindviecher auf dieser Erde. Man sagt, die Rinder erhielten eine tägliche Sake-Massage vom Bauern… Fakt hingegen ist: Kōbe-Rindfleisch gilt als das teuerstes Rindfleisch der Welt und die besondere, aufwendige und zeitlich wesentlich längere Haltung sorgt für das beste Fleisch. Übrigens, echtes Kōbe-Rind steht für den Export nicht zur Verfügung und kann somit nur in Japan genossen werden.

In einer Teppanyaki-Bar kamen wir am Abend in den Genuss dieses leckeren, zarten und „sündhaft teuren“ Fleisch… 😉
Ein wahrer Genuss & und passender Urlaubsauftakt!

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