Nordwärts auf die Insel Hokkaido [23.08.2012]

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Heute hieß es erstmal von Tokyo Abschied nehmen! Mit dem neuen Hayabusa Shinkansen führen wir in Richtung der nördlich gelegenen Insel Hokkaido. Trotz der Geschwindigkeit konnten wir schöne Landschaften auf der Hauptinsel Honshu bestaunen. Umso tragischer, wenn man bedenkt, was sich hier ganz nahe (bei der Durchfahrt durch Fukushima) im März 2011 abgespielt hat und welche Natur (und mehr) durch die Atomenergie gefährdet wird. Erfahrungen aus bisherigen Gesprächen zeigen, dass ein erster Teil der japanische Bevölkerung mit diesem Risiko nicht mehr leben will!

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An der nördlichsten Spitze Honshu’s, Aomori mussten wir in einen LimitedExpress Zug umsteigen. Die Fahrt ging von hier durch den längsten (zumindest bis zur Eröffnung des Gotthard-Basis-Tunnel) Tunnel der Welt. Der Unterseeabschnitt ist nach dem Eurotunnel der zweitlängste. Die Fahrt hindurch dauerte rund 25 Minuten. Ein Highlight ist hier sicherlich der Haltepunkt für eine Unterseestation unter dem Meer. Nach einem letzten Wechsel in einen anderen LimitedExpress erreichten wir Sapporo, dass wirtschaftliche und politische Zentrum von Hokkaido. Im Jahr 1972 fanden hier außerdem die Olympischen Winterspiele statt.

Am Abend gab es in der „Rāmen-Straße“ die Spezialität der Region. Eine Nudelsuppe auf (in unserem Fall) Miso-Basis. Darin befinden sich frische Zwiebeln, Knoblauch, Fleisch und allerlei Gewürze. Man sitzt an einem Tresen und der Koch bereitet die Suppe (Rāmen) vor den Gästen zu. Dazu gab es ein leckeres Bier aus der Region Hokkaido, das wohl beste Bier Japans… Alles sehr sehr lecker!

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Einmal durch Tokyo… [22.08.2012]

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Der Tag begann mit einem Spaziergang durch Akasaka vorbei an einem Tempel, der als einer der ältesten in Tokyo gilt. Ruhig liegt er inmitten von Hochhäusern und dient wohl so manchem Geschäftsmann zum ausruhen in der Mittagszeit. Schön anzusehen waren die Tafeln, an denen die Gläubigen Ihre Wünsche, Gebete entweder auf kleinen Papierrollen oder schön gestalteten Holztäfelchen befestigten.

Weiter ging es durch das Regierungsviertel, vorbei an einer lautstarken Demonstration im Sinne einer nuklearen Abrüstung (mit sehr viel Polizeipräsenz) zum Parlamentsgebäude und von dort aus weiter zum Obersten Gerichtshof.

An der Shibuya Station befindet sich eine der größten Fussgängerkreuzungen von Tokyo. Der Autoverkehr stoppt komplett und die Menschenmassen strömen in alle Richtungen über die Kreuzung. Vom Starbucks konnten wir vom ersten Stock bei einem kühlen Frappoccino den Massen entspannt zusehen. Übrigens: An der Shibuya Station wartete früher immer morgens ein treuer Hund auf einen Professor und begleitete ihn zur Universität und am Abend wieder zurück. Als der Professor starb, wartete der Hund noch eine ganze Ewigkeit, jeden Morgen am Ausgang des Bahnhofs auf den Professor… Als auch der Hund starb, entschieden die Tokioter Bürger, dem treuen Weggefährten des alten Professors ein Denkmal zu setzen…

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Weiter ging es zum im März neu eröffneten „Skytree“, Tokyos neues 634m hohen Wahrzeichen mit Aussichtsplattform. Auf den Aufstieg verzichteten wir aufgrund der stundenlangen Wartezeit… Außerdem hatten wir einen kostenlosen Panoramablick bereits vom Rathaus…

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Der Turm liegt quasi bereits im alten Stadtteil Asakusa, der durch seine vielen Tempel – u.a. den Sensō-ji, dem ältesten und bedeutendsten Tempel von Tokyo, mit seiner riesigen Laterne am Eingangstor, berühmt ist! Eine wunderschöne Anlage…

Auf der Suche nach etwas essbaren, sprach uns eine japanische Lehrerin an und bot uns spontan ihre Hilfe auf der Suche nach einem Lokal an. Auch sie zeigte sicherer interessiert über Deutschland und äußerte klar ihre Abneigung gegen die Energieverschwendung durch Leuchtreklamen und auf Kühlschrank Niveau kühlende Klimaanlagen sowie auf die Atomkraft in Japan! Es tut sich was in Japan…

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Grünes Tokyo & Teezeremonie [21.08.2012]

GRÜNES TOKYO & TEEZEREMONIE

Über das Tourismusbüro der Stadt Tokyo kann man als Einzelreisender oder als Gruppe mit bis zu 5 Personen kann man aus mehreren kostenlosen (nur die Fahrtkosten und Eintrittsgelder für sich selbst und die Guides müssen übernommen werden) und privat geführten Touren durch Japans Hauptstadt wählen – das ganze sogar auf deutsch!

Für uns stand die Gartentour mit anschließender Teezeremonie an. Vom Hotel ging es nach dem Frühstück mit der U-Bahn zum vereinbarten Treffpunkt im Tokyo Metropolitan Building, dem Rathaus untergebracht in 2 riesigen Türmen. Übrig ens empfiehlt sich für die Nutzung der U-Bahn eine aufladbare Fahrkarte, die Suica (wird von einem kleinen Pinguin angepriesen: Klick zum Video auf YouTube ).

Vor Ort empfingen uns zwei Japanerinnen mit einem, untypisch für Japan, Handschlag. Die ältere von beiden ist Englisch-Lehrerin und hat mit 40 Jahren angefangen deutsch zu lernen. Außerdem waren beide sehr über die Finanzproblematik in Europa informiert und strikt gegen Atomkraft (hier baut sich eine richtige Bewegung auf…) ! Außerdem freuten sie sich darüber, dass wir den Weg nach Japan fanden und unseren Urlaub in ihrem schönen Land verbringen. Der Tourismus leide immer noch sehr stark seit dem Erdbeben und der Atomkatastrophe im März 2011!

Sie führten uns zu Fuß durch die Stadt, vorbei an der Shinjuku Station dem meist frequentierten Bahnhof der Welt, mit täglich rd. 3,5 Mio Reisenden, in den wunderschönen Shinjuku-Goen National-Park. Eine grüne Lunge im Herzen der Stadt mit einem wunderschönen japanischen Garten. Neue Energie an diesem sehr heißen Tag schöpften wir auf Anraten unserer Begleiterinnen bei der Umarmung eines 400Jahre alten Ginko-Baums!

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Weiter ging es zu der Teezeremonie in einem Hotel. Der Gründer des Hotels lies die gesamte 7 Etage umbauen um seinen internationalen Gästen die japanischen Traditionen näher zu bringen. Die Kunst des Blumensteckens und der Gartengestaltung sind eng mit der Teezeremonie verbunden, von daher war dieAusübung dieser Zeremonie immens wichtig im Leben. Früher war diese ausschließlich Männern vorbehalten. Zuerst wäscht man sich mit einem Kelch an einer Wasserstelle die Linke, dann die rechte Hand, abschließend den Mund. Anschließend betritt man das Teezimmer. Der Gastgeber reicht den Gästen zwei kleine Süßigkeiten (auch in Vorbereitung auf den durchaus bitteren Tee) woraufhin sich alle voreinander verbeugen. Die Zubereitung des Tees ist mit strengen Ritualen verbunden, alles hat auf dem Tisch seinen Platz und seine Ausrichtung. Jede Tasse wird einzeln zubereitet und mit einer tiefen Verbeugung in die Linke Hand übergeben. Nun dreht man die Tasse mit der rechten Hand 3x im Uhrzeigersinn (damit man nicht mit dem Mund die „heiligen“ Symbole berührt. Der Tee wird langsam ausgetrunken. Die leere Tasse wird 3x gegen den Uhrzeigersinn gedreht und mit einer Verbeugung dem Gastgeber übergeben. Dies wiederholt sich immer und immer wieder. Eine sehr meditative Art Tee zu genießen und mit Blick auf den Garten sehr entspannend!

Eigentlich findet die Zeremonie in einem mit Tatami Matten ausgelegten Raum auf Knien sitzend statt. Diesen Betritt man ohne Schuhe und kann nur gebeugt durch den sehr niedrigen Eingang eintreten. Dadurch betreten die Gäste diesem Raum mit Demut und Respekt, außerdem war es Kriegern mit Waffen unmöglich sich so tief zum eintreten zu bücken. Den letzten Tee genossen wir in einem solchen Raum, traditionell auf Knien sitzend… Eine schmerzhafte Erfahrung für Europäer 🙂

Die Tour endete hier, unsere Begleiterinnen brachten uns noch zurück zum Rathaus, von dessen 45. Etage wir einen kostenlosen Ausblick auf Tokyo genießen konnte!

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Weiter ging es zur Tokyo Station um die JapanRail-Pässe für unsere Fahrt am 23.08. nach Sapporo einzutauschen. Um den Bahnhof herum noch eine kleine Route aus dem Reiseführer abgelaufen und eine alte Brücke gesehen, von deren Mittelpunkt aus, früher alle Entfernungen von Japan gemessen wurden. Vorbei an der Japanischen Nationalbank in Form des ¥ (Yen) ging es in eine Strasse direkt an der JR-Trasse auf der sich ein Restaurant an das andere reiht… In einem Kellerrestaurant gabs leckeres Essen, dass zuvor an einem Tablet-PC direkt am Tisch bestellt werden musste. Eine innovative Idee 🙂

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Auf ins „Land der aufgehenden Sonne“ [20.08.2012]

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Früh morgens ging es zum Beijing Capital International Airport. Der Taxifahrer versuchte in seiner freundlichen Art uns auf dem Weg dorthin noch die ein oder andere Sehenswürdigkeit zu erklären, was kläglich scheiterte… Vielmehr stieg unser Adrenalin Spiegel durch seinen Fahrstil in der RushHour dramatisch an! 🙂

Nach dem CheckIn auf dem AirChina Flug nach Tokyo-Haneda warteten wir noch auf unseren „Privat-Guide“ Hendrik, der mit seiner Crew ebenfalls auf dem Weg zum Flughafen war, da sein Rückflug nach Warschau auf dem Dienstplan stand…

In diesem Zusammenhang nochmal ein großes Dankeschön für die drei Tage Begleitung in Beijing, dafür das Du dir Zeit für uns genommen hast und vor allem die Unterstützung bei der sprachlichen Barriere botest 🙂

Nach dreieinhalb Stunden Flug erreichten wir Japan! Schon beim Aussteigen aus dem Flugzeug spürte man die Unterschiede zwischen den beiden Ländern und in der Mentalität… Vor uns standen 5 Flughafen Mitarbeiter und begrüßten uns mit einer tiefen Verbeugung – das hätte wohl keiner erwartet! Durch die Gesundheitskontrolle (die kannten wir ja schon aus China) mittels Wärmebildkamera weiter zum Einreisebeamten der durch sein ebenfalls respektvolles Verhalten einem gleich bei der Einreise zu verstehen gab, willkommen in diesem Land zu sein!

Vom Flughafen ging es mit der Monorail direkt in die City. Die U-Bahn Aufsicht war ebenfalls sehr hilfsbereit und wir fanden einen schnellen Weg in Richtung Akasaka wo unser Hotel lag… Nach den Erfahrungen in Beijing waren wir auf alles erdenkliche in der U-Bahn vorbereitet, was wir vorfanden war das krasse Gegenteil unserer Befürchtung! Überall nahm man auf uns „Fremde“ – dazu noch mit Gepäck – Rücksicht… Eine entspannte Fahrt zum Hotel war das Ergebnis.

Das Hotelzimmer ist nicht sonderlich groß, was für Japan allerdings Standard ist. Zum Schlafen und diese Zeilen tippen reicht es mehr als aus!

Am Abend ging es dann in der Nähe des Hotels in eine Art japanisches Schnellrestaurant. Normalerweise muss man seine Bestellung an einem Automaten aufgeben & bezahlen und der Bedienung am Platz den Coupon übergeben. Das Essen wird frisch zubereitet und serviert. Wir durften allerdings – mangels Lesbarkeit der Schrift am Automaten – ohne großen Aufwand direkt Platz nehmen und unsere Bestellung wurde persönlich aufgenommen. Die meisten Speisekarten in Japan bestehen aus Bildern, somit fällt das auswählen ziemlich leicht. Kalten Tee und Wasser gibt es hier meist umsonst und auch das Essen lies nicht lange auf sich warten.

Plötzlich spürten wir, wie sich sekundenlang der Tisch und die Stühle bewegten… Der Gedanke kam sofort auf: ein Erdbeben! Die Japaner um uns herum ließen sich nichts anmerken und dann war es auch schon vorbei… Man muss wissen, dass in Tokyo die Erde rund 1.500x pro Jahr spürbar bebt! Somit scheint dies für die Einwohner Tokyos nichts ungewöhnliches zu sein, was deren Reaktion erklärt. Später konnten wir anhand der (un)nützlichen iPhone-App „Earthquake“ tatsächlich nachlesen, dass genau zu der Zeit als wir die Bewegungen spürten rund 80km von Tokyo entfernt ein Erdbeben der Stärke 5.0 aufgezeichnet wurde… Also doch keine Einbildung!

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Reisevorbereitungen oder „Spanien kann ja jeder…!“

Vor knapp 5 Monaten begann dieses Wagnis mit der Buchung der Flüge über Lufthansa (worüber man eigentlich einen eigenen Artikel schreiben müsste). Der ersten Hotelbuchung folgte die Qual der Wahl aus verschiedensten Reiseführern (was die ausgewählten letztlich taugen, wird am Ende der Asia-Tour entschieden…) deren Umfang von ein paar wenigen, bis nahezu 300 Seiten alle möglichen Varianten bietet. Letztlich mussten für die Reise in den letzten Wochen 7 Hotels (bis auf Hiroshima, ein recht einfaches Unterfangen), innerhalb Japans Transportmöglichkeiten zu Lande und in der Luft sowie mangels Zeit 😦 dann doch noch 2 organisierte Ausflüge gebucht werden… Erfahrungen was bspw. unter dem Begriff „Bürokratie“ zu verstehen ist, sammelt man bei der Beantragung des Visum für China mal eben nebenbei…

Reiseablauf (geplant)

14.08. – 20.08.2012 >>> Beijing (Peking), China
20.08. – 23.08.2012 >>> Tokyo, Japan
23.08. – 25.08.2012 >>> Sapporo, Japan
25.08. – 26.08.2012 >>> Hiroshima, Japan
26.08. – 28.08.2012 >>> Kyoto, Japan
28.08. – 30.08.2012 >>> Tokyo, Japan
30.08. – 03.09.2012 >>> Hongkong, China

Knapp 5 Monate Reisevorbereitungen schützen nicht vor der Hektik der letzten Tage, letzten Stunden vor dem Abflug… Es geht dann endlich los!

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