Zurück in Tokyo [28.08.2012]

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Heute morgen verliessen wir die spirituelle (und alte) Hauptstadt in Richtung Tokyo. Es bedeutet auch, vom ruhigen Treiben (in Kyoto scheint alles etwas gemächlicher zu zugehen) in die Millionenmetropole und die Alltagshektik zu wechseln. Es ging zum letzten mal mit dem Shinkansen auf Tour. Auf der rund 3-stündigen Fahrt, meist an der Küste entlang, konnten wir unterwegs bereits eine ersten Blick auf den heiligen Berg „Fujisan“ werfen, dem wir morgen einen Besuch abstatten werden.

In Tokyo angekommen fanden wir uns gleich wieder zurecht! Heute sollte es zum Sonnenuntergang direkt an den Hafen gehen, auf die 1997 aufgeschüttete und neu bebaute künstliche Insel „Harumi“. Von der aus wir einen schönen Blick auf die Skyline von Tokyo und die berühmte „Rainbow-Bridge“ hatten. Mit dem Bus ging es dann in die Einkaufsglitzerwelt von „Ginza“, einem Stadtteil nahe der Tokyo Station mit allerlei großen Markenherstellern…

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Übrigens! Wir wissen jetzt woher der Abt in Kyoto so gut deutsch konnte… Im japanischen Fernsehen läuft ein Deutsch-Kurs im Bildungskanal! 😉

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Kyoto, die Stadt der Tempel [27.08.2012]

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Als früherer Hauptstadt Japans besitzt Kyoto natürlich auch einen Kaiserpalast. Japaner selbst dürfen die Außenanlagen des Palastes nur in einer Woche des Jahres besuchen, daher stellt der Palast für die Japaner etwas besonderes dar. Ausländische Touristen bekommen meist eine kurzfristige Besuchsgenehmigung. Daher machten wir uns morgens zuerst auf den Weg zur „Householding Agency“ des Palastes und bekamen dann tatsächlich unter Vorlage unserer Reisepässe und auf Antrag eine Besuchsgenehmigung im Rahmen der Führung am frühen Nachmittag…

Weiter ging es in eine – wie eine kleine Stadt angelegte – Tempelanlage in der sich noch heute eine in ganz Japan angesehene Zen-Buddhismus Schule befindet. Im „Daisen-in“ Tempel konnten wir einen wunderschön angelegten Zen-Garten bestaunen und im Anschluss nochmals unsere neu gewonnen Erkenntnisse über die Teezeremonie bei einer abschließenden Tasse Tee überprüfen. Zu unserer Überraschung konnten wir uns mit dem Abt des Tempels noch auf deutsch unterhalten 🙂 ein weiser Mann! Leider konnten wir uns der Ruhe der Tempelanlage nicht weiter hingeben, denn unsere Führung durch den Kaiserpalast stand an. Auf dem Weg zum Bus ging es noch durch einen kleinen, angenehm kühlen, Bambuswald… Ein ungewöhnliches Bild.

Die Führung durch die Außenanlagen des Palastes bot allerlei Eindrücke in das Palastleben. Durch dieses Tor darf bis heute nur der Kaiser, durch jenes nur die Kaiserin. Über rote Tatamimatten laufen die einfachen Leute, während blau umrandeten nur einem erlauchten Kreis betreten werden dürfen. Die Besichtigung des Gartens war ein schöner Ausklang der Besichtigung.

Vom alten Kaiserpalast aus, ging es weiter zum bekannten „Goldenen Pavillon“ dem „Kinkaku-ji“. Eine mit Blattgold überzogene Pagode passt sich hier gut in eine Seenlandschaft und in viel Grün ein.

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Da uns gestern die Zeit einen Strich durch die ursprünglichen Planungen machte, beeilten wir uns heute umso mehr ans andere Ende der Stadt zu gelangen. Vom „Kiyomizu-dera“-Tempel konnten wir heute den Sonnenuntergang über Kyoto bewundern.

Nach etwas längerer Suche am Abend fanden wir dann doch noch ein Restaurant das geöffnet hatte (ansonsten hatten fast nur noch die japanischen „Schnellrestaurants“ offen). Merke: in Kyoto wird in richtigen Restaurants vor 21 Uhr gegessen… Es gab eine Art Fondue. In der vorbereiteten Brühe wurden am Tisch hauchdünn geschnittene Scheiben vom Schwein und Rind mit allerlei Gemüse gegart und abschließend, vor dem Verzehr, durch rohes Ei gezogen. Sehr lecker!

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In der alten Hauptstadt [26.08.2012]

Heute morgen ging es von Hiroshima über Osaka weiter nach Kyoto – die alte Hauptstadt Japans und eine der kulturell bedeutendsten Stätte des Landes!

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Zu Fuß ging es quer durch die Stadt zum Ginkaku-ji, dem silbernen Pavillon innerhalb einer schönen Zen-Garten Anlage am Rande der Berge und Wälder… Erfrischend kühl bei der heutigen Hitze. Auf dem Weg zu diesem Tempel und anschließend auf dem „Philosophen-Pfad“ entlang eines alten Kanals, merkt man erst, welch alte Architektur noch vorzufinden ist. Schöne alte Wohnhäuser säumen hier ganze Stadteile. Nichts ist hier von einer modernen Großstadt mit 1,4 Millionen Einwohnern zu spüren.

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Gottlob standen am Wegesrand die 100 ¥ Automaten mit Vitamingetränken und Wasser – die es grundsätzlich in Japan an jeder Ecke gibt. So konnten wir uns laufend erfrischen…

Am Ende des „Philosophen-Pfad“, auf dem die Professoren der Universität entlang wandelte, erstreckt sich das weitläufige Gelände des Nanzen-ji Tempels mit seinen eindrucksvollen Holzgebäuden. Durch die immer noch sehr traditionsbewussten Lehrmethoden an der Priesterschule, genießt der Tempel ein hohes Ansehen bei der Bevölkerung.

Der Rückweg ins Hotel führte durch das alte Gion-Viertel, das Zentrum der Geisha-Kultur! Leider ist uns in den schummrigen Gassen keine über den Weg gelaufen…

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Hiroshima & die Atombombe [25.08.2012]

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Am Morgen ging es nach dem Kurzaufenthalt vom "New-Chitose-Airport" bei Sapporo über Tokyo weiter nach Hiroshima. Die beiden ANA-Flüge waren auch vom Service her sehr angenehm. Vor allem der Flug mit dem neuen Boeing "Dreamliner" (B787) war ein besonderes Flugerlebnis. Völlig neues Komfort- & Platzgefühl in der Economy, In-Seat Entertainment mit Messagingsystem, LED-Ambientebeleuchtung, elektrisch dimmbare Fensterscheiben (…)!

Der Grund weshalb Hiroshima auf dem Reiseplan stand, dürfte jedem klar sein. Der Friedenspark mit dem Atombombendom, dass beeindruckende Mahnmal an die widerwärtige Kriegsführung der USA… Weshalb Hunderttausende unschuldige teils sofort, teils Jahre später und noch in Zukunft sterben mussten / müssen, bleibt wohl das Geheimnis der Staaten. Japan war zum Ende des Krieges bereits geschwächt und hätte wohl früher oder später freiwillig kapituliert. Alle Nationen haben ihre Rolle im Weltkrieg, viele sind sich ihrer Schuld bewusst und tragen Verantwortung. Dieses Eingeständnis kann man wohl von den USA nicht erwarten. Beeindruckend die Memorialhall der Opfer, durchaus vergleichbar mit dem Holocaust-Mahnmal in Berlin von der Stille und dem Anmut der Erinnerung und des Gedenkens an die Opfer! Auch das Ehrengrabmal mit dem Steinsarg in dem sich die Namen der Opfer befinden und in den an jedem 06. August (dem Tag des Abwurfs) die Namen der im vergangenen Jahr an den Folgen des Massakers gestorbenen abgelegt werden, beeindruckt. Angrenzend brennt die Flamme des Friedens, sie erlischt erst, wenn alle Nuklearwaffen auf der Erde beseitigt wurden… Ein einfaches, aber sehr ernsthaftes Zeichen! Am Horizont ist dann bereits auf einer Linie das Gerippe der Ausstellungshalle der Handelskammer zu erkennen. Als einziges Gebäude innerhalb der Todeszone blieb es verhältnismäßig in Takt. Das UNESCO-Weltkulturerbe erinnert seit jeher an das Geschehen und das Leid vom 06. August 1945… Im gesamten Park befinden sich Grabsteine, Mahntafeln und Denkmäler so bspw. auch das für die gestorbenen Kinder.

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An eines der Kinder erinnern die vielen von Schulklassen beim Besuch der Gedenkstätte abgelegten gefalteten Papiervögel. Ein Mädchen das durch die Folgen der Strahlung erkrankte, tat sich daran 1.000 Papiervögel zu falten. Der Mythos sagt, dass einem Menschen der 1.000 Papiervögel faltet ein Wunsch erfüllt werden würde. Das kleine Mädchen wünschte sich nichts sehnlicher als Gesund zu werden! Als es starb hatte es knapp unter 900 Vögel gefaltet. Seither bringen Schulklassen als Erinnerung an das Mädchen selbst gefaltete Vögel mit und hinterlegen sie im Park.

Die Ausstellung des Friedensmuseum ist ebenfalls sehr beeindruckend. Schade das uns die Zeit etwas gedrängt hat. Es gibt viel Informatives über die Gesichte Hiroshimas vor und nach dem Abwurf der Bombe, aber auch Gegenstände und Bilder von den Minuten, Tagen, Wochen und Monate nach dem Abwurf. Das ganze ebenfalls in einem würdigen Rahmen. Beeindruckend auch die bisher 599 Protestschreiben der jeweiligen Bürgermeister Hiroshimas an die Regierenden der aktiv Nuklearbomben testenden Ländern (der aktuellste aus April 2012 an Präsident Obama). Resonanz? Fehlanzeige! Ein trauriges Zeichen der Großen der Welt…

Im Park befindet sich auch eine frei zugängliche Friedensglocke, deren Hall den Frieden hinaus in alle Welt tragen soll. Wir haben die Glocke geläutet, verbunden mit einem Wunsch:

PEACE ON EARTH AND NUCLEAR DISARMAMENT!

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Durch den grünen Norden & die Unterschiede zwischen Japanern [24.08.2012]

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Heute ging es mit einer organisierten Busfahrt die Natur von Hokkaido zu bewundern… Organisiert war die Tour im wahrsten Sinne des Wortes! 🙂 Die Tour fand auf Japanisch statt, uns standen neben dem englischen Audioguide ein wirklich sehr hilfsbereite und freundliche Reisebegleiterin zur Verfügung. Obwohl sie nur japanisch sprechen konnte, klappte die Verständigung dank ihres Handout super einfach! Also keine Scheu, trotz Sprachbarriere kann man dieses schöne Land erkunden.

Nach einer kleinen Stadtrundfahrt durch Sapporo und ausführlichen Erklärungen zur Geschichte und Rolle der Stadt ging es ins Grüne… Wir sollten heute wunderschöne Seen, den Lake Shikotsu & Lake Toya, sowie den aktiven Vulkan Mt. Usu sehen. Letzterer war am beeindruckendsten, da stetig heisse Dämpfe aus ihm emporsteigen. Das Wetter hätte sicherlich besser sein können, passte aber irgendwie auch zu der Region. Eine angenehme Abkühlung zum bisher erlebten Klima in Beijing und Tokyo.

Am Abend gab es noch einen Streifzug durch die Stadt. Auffallend waren die im Gegensatz zu Tokyo bzw. der Hauptinsel Honshu doch teils abweichende Verhaltensweisen. Stößt man in der Hauptstadt und sonst überall auf Zurückhaltung, Respekt und (für Europäer vielleicht übertriebene) Freundlichkeit, so reduziert sich dies in Sapporo einzig allein auf das Service- & Dienstleistungspersonal. Fazit des Abends: Sapporo ist wohl eher das Mannheim von Japan. Man sollte es einmal gesehen haben, kann dann aber getrost verzichten… Wobei man damit wohl der gesamten Insel, dem Natur-Paradis Japans Unrecht tun würde… 😉

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