Der „Fujisan“ [29.08.2012]

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Heute Vormittag ging es mit dem Bus und einer (wie alle bisher) netten, englischsprachigen Reiseleiterin hinaus ins „Hinterland“ zu dem für Japaner heiligen Mt. Fuji (Fujisan) und umgangssprachlich auf deutsch, dem Fujiyama. Der Fujisan ist mit über 3.600 Metern der höchste Berg Japans und gilt immer noch als aktiver Vulkan.

Die zweistündige Fahrt von Tokyo führte über den Expressway hinaus ins Grüne und hinein in Tiefe Täler und steile Berghänge. Wenn man diese steilen, unbewohnten Berge sieht, ist klar weshalb es so große Städte gibt. Japans Landfläche ist vergleichbar mit Kalifornien, wobei aufgrund der steilen Gebirgsketten nur rund 30% bewohnbar ist. In diesem geringen bewohnbaren Landstrichen, müssen jedoch rund 120 Millionen Japaner unterkommen. Es bleiben somit meist nur die Ebenen, wo die Städte immer größer und enger werden oder alternativ muss dem Meer immer mehr Land abgerungen werden.

Jeder Japaner muss in seinem Leben einmal den Gipfel des heiligen Berges bestiegen haben… Wir erreichten nur die letzte mit Fahrzeugen erreichbare 5. Bergstation auf rund 2.400 Metern Höhe. Von hier aus setzen sich Menschenkarawanen in Richtung Gipfel in Bewegung. Das „Lebensziel“ kann bei guten Wetterbedingungen in rund 20 Stunden (8-10 für den Aufstieg, 5-6 für den Abstieg) erreicht werden. Wir genossen nur den Ausblick über den Wolken auf dem sehr gut sichtbaren Gipfel! Keine Selbstverständlichkeit, der Fujisan gilt als sehr schüchtern, meist verbirgt er sich hinter dichten Wolken…
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Nach dem Besuch eines kleinen buddhistischen Tempels auf der Bergstation ging’s mit einem neuem Glücksbringer für Langlebigkeit mit dem Bus weiter nach Hakone, einer kleinen Stadt mit vielen kleinen heissen Quellen, den sogenannten Onsen-Bädern. Am Lake Ashi ging es mit einem „kitschigen“ Piratenschiff über den See und einer Bergbahn hinauf auf den Gipfel des Mt. Komagatake. Ab hier spielte das Wetter nicht mehr mit und wir standen in einer dichten Nebelsuppe.

Zurück in Tokyo hieß es bereits von der Hauptstadt und Japan bei leckerem Shusi (mit Thunfisch, Makrele, Tintenfisch, Kaviar, Aal, Muschel anderen Leckereien) Abschied zu nehmen! Am Morgen geht es auf der Asienreise weiter nach Hongkong.

Was bleibt? Ein durchweg positives Fazit! Scheinbar nirgends sonst auf der Welt steht man als Gast so sehr im Mittelpunkt und erfährt Respekt und Gastfreundschaft, wie in Japan. Der Umgang in der Gesellschaft ist durchweg geprägt von Höflichkeit. Wir werden die vielen Verbeugungen und persönlichen Ansprachen vermissen… Auch das geordnete Chaos findet man wohl nur hier. Der Kontrast zwischen Naturschönheiten (Hokkaido, Mt. Fuji, …), Tradition (Kyoto, …) und der Moderne (Tokyo, …) ist allemal eine Reise wert! Was auch bleibt ist die Erkenntnis, dass man als Japaner wohl immer (Gott sei dank?!) seine kindliche Ader behält. Wie sonst kann man sich die vielen Pinguine, Bärchen, Katzen, Hunde (usw…) erklären, die einen in kindlicher Weise auf die Gefahren des Alltags aufmerksam oder die neusten Werbebotschaften bekannt geben. Oder aber auch die singenden Ampeln und überhaupt die vielen Lichter. Da werden im Gegenzug unsere Straßen zu Hause dunkle Gassen sein. Japan hat außerdem, trotz aller bisherigen Bemühungen, immer noch mächtiges Potential was sein Energieproblem nach Fukushima betrifft. Nur langsam wächst das Verständnis der Bevölkerung, dass man geschlossene bzw. nach außen offene Räume nicht zwingend auf Kühlschrankniveau herunter kühlen muss und man auch die ein oder andere Beleuchtung nicht benötigt (Vorbild: Metro von Tokyo).

Der Tourismus ist nach dem Erdbeben und der Katastrophe von Fukushima 2011 massiv eingebrochen! Japan kämpft daher um die Rückkehr der Touristen. Wir können und wollen daher allen von Herzen empfehlen: Visit Japan and enjoy!

SAYONARA NIPPON!

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Zurück in Tokyo [28.08.2012]

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Heute morgen verliessen wir die spirituelle (und alte) Hauptstadt in Richtung Tokyo. Es bedeutet auch, vom ruhigen Treiben (in Kyoto scheint alles etwas gemächlicher zu zugehen) in die Millionenmetropole und die Alltagshektik zu wechseln. Es ging zum letzten mal mit dem Shinkansen auf Tour. Auf der rund 3-stündigen Fahrt, meist an der Küste entlang, konnten wir unterwegs bereits eine ersten Blick auf den heiligen Berg „Fujisan“ werfen, dem wir morgen einen Besuch abstatten werden.

In Tokyo angekommen fanden wir uns gleich wieder zurecht! Heute sollte es zum Sonnenuntergang direkt an den Hafen gehen, auf die 1997 aufgeschüttete und neu bebaute künstliche Insel „Harumi“. Von der aus wir einen schönen Blick auf die Skyline von Tokyo und die berühmte „Rainbow-Bridge“ hatten. Mit dem Bus ging es dann in die Einkaufsglitzerwelt von „Ginza“, einem Stadtteil nahe der Tokyo Station mit allerlei großen Markenherstellern…

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Übrigens! Wir wissen jetzt woher der Abt in Kyoto so gut deutsch konnte… Im japanischen Fernsehen läuft ein Deutsch-Kurs im Bildungskanal! 😉

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