Hiroshima & die Atombombe [25.08.2012]

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Am Morgen ging es nach dem Kurzaufenthalt vom "New-Chitose-Airport" bei Sapporo über Tokyo weiter nach Hiroshima. Die beiden ANA-Flüge waren auch vom Service her sehr angenehm. Vor allem der Flug mit dem neuen Boeing "Dreamliner" (B787) war ein besonderes Flugerlebnis. Völlig neues Komfort- & Platzgefühl in der Economy, In-Seat Entertainment mit Messagingsystem, LED-Ambientebeleuchtung, elektrisch dimmbare Fensterscheiben (…)!

Der Grund weshalb Hiroshima auf dem Reiseplan stand, dürfte jedem klar sein. Der Friedenspark mit dem Atombombendom, dass beeindruckende Mahnmal an die widerwärtige Kriegsführung der USA… Weshalb Hunderttausende unschuldige teils sofort, teils Jahre später und noch in Zukunft sterben mussten / müssen, bleibt wohl das Geheimnis der Staaten. Japan war zum Ende des Krieges bereits geschwächt und hätte wohl früher oder später freiwillig kapituliert. Alle Nationen haben ihre Rolle im Weltkrieg, viele sind sich ihrer Schuld bewusst und tragen Verantwortung. Dieses Eingeständnis kann man wohl von den USA nicht erwarten. Beeindruckend die Memorialhall der Opfer, durchaus vergleichbar mit dem Holocaust-Mahnmal in Berlin von der Stille und dem Anmut der Erinnerung und des Gedenkens an die Opfer! Auch das Ehrengrabmal mit dem Steinsarg in dem sich die Namen der Opfer befinden und in den an jedem 06. August (dem Tag des Abwurfs) die Namen der im vergangenen Jahr an den Folgen des Massakers gestorbenen abgelegt werden, beeindruckt. Angrenzend brennt die Flamme des Friedens, sie erlischt erst, wenn alle Nuklearwaffen auf der Erde beseitigt wurden… Ein einfaches, aber sehr ernsthaftes Zeichen! Am Horizont ist dann bereits auf einer Linie das Gerippe der Ausstellungshalle der Handelskammer zu erkennen. Als einziges Gebäude innerhalb der Todeszone blieb es verhältnismäßig in Takt. Das UNESCO-Weltkulturerbe erinnert seit jeher an das Geschehen und das Leid vom 06. August 1945… Im gesamten Park befinden sich Grabsteine, Mahntafeln und Denkmäler so bspw. auch das für die gestorbenen Kinder.

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An eines der Kinder erinnern die vielen von Schulklassen beim Besuch der Gedenkstätte abgelegten gefalteten Papiervögel. Ein Mädchen das durch die Folgen der Strahlung erkrankte, tat sich daran 1.000 Papiervögel zu falten. Der Mythos sagt, dass einem Menschen der 1.000 Papiervögel faltet ein Wunsch erfüllt werden würde. Das kleine Mädchen wünschte sich nichts sehnlicher als Gesund zu werden! Als es starb hatte es knapp unter 900 Vögel gefaltet. Seither bringen Schulklassen als Erinnerung an das Mädchen selbst gefaltete Vögel mit und hinterlegen sie im Park.

Die Ausstellung des Friedensmuseum ist ebenfalls sehr beeindruckend. Schade das uns die Zeit etwas gedrängt hat. Es gibt viel Informatives über die Gesichte Hiroshimas vor und nach dem Abwurf der Bombe, aber auch Gegenstände und Bilder von den Minuten, Tagen, Wochen und Monate nach dem Abwurf. Das ganze ebenfalls in einem würdigen Rahmen. Beeindruckend auch die bisher 599 Protestschreiben der jeweiligen Bürgermeister Hiroshimas an die Regierenden der aktiv Nuklearbomben testenden Ländern (der aktuellste aus April 2012 an Präsident Obama). Resonanz? Fehlanzeige! Ein trauriges Zeichen der Großen der Welt…

Im Park befindet sich auch eine frei zugängliche Friedensglocke, deren Hall den Frieden hinaus in alle Welt tragen soll. Wir haben die Glocke geläutet, verbunden mit einem Wunsch:

PEACE ON EARTH AND NUCLEAR DISARMAMENT!

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Nordwärts auf die Insel Hokkaido [23.08.2012]

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Heute hieß es erstmal von Tokyo Abschied nehmen! Mit dem neuen Hayabusa Shinkansen führen wir in Richtung der nördlich gelegenen Insel Hokkaido. Trotz der Geschwindigkeit konnten wir schöne Landschaften auf der Hauptinsel Honshu bestaunen. Umso tragischer, wenn man bedenkt, was sich hier ganz nahe (bei der Durchfahrt durch Fukushima) im März 2011 abgespielt hat und welche Natur (und mehr) durch die Atomenergie gefährdet wird. Erfahrungen aus bisherigen Gesprächen zeigen, dass ein erster Teil der japanische Bevölkerung mit diesem Risiko nicht mehr leben will!

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An der nördlichsten Spitze Honshu’s, Aomori mussten wir in einen LimitedExpress Zug umsteigen. Die Fahrt ging von hier durch den längsten (zumindest bis zur Eröffnung des Gotthard-Basis-Tunnel) Tunnel der Welt. Der Unterseeabschnitt ist nach dem Eurotunnel der zweitlängste. Die Fahrt hindurch dauerte rund 25 Minuten. Ein Highlight ist hier sicherlich der Haltepunkt für eine Unterseestation unter dem Meer. Nach einem letzten Wechsel in einen anderen LimitedExpress erreichten wir Sapporo, dass wirtschaftliche und politische Zentrum von Hokkaido. Im Jahr 1972 fanden hier außerdem die Olympischen Winterspiele statt.

Am Abend gab es in der „Rāmen-Straße“ die Spezialität der Region. Eine Nudelsuppe auf (in unserem Fall) Miso-Basis. Darin befinden sich frische Zwiebeln, Knoblauch, Fleisch und allerlei Gewürze. Man sitzt an einem Tresen und der Koch bereitet die Suppe (Rāmen) vor den Gästen zu. Dazu gab es ein leckeres Bier aus der Region Hokkaido, das wohl beste Bier Japans… Alles sehr sehr lecker!

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