Japan we can again – Anreise nach Obama [06./07.10.2015]

Relativ kurzfristig fiel die Entscheidung eines weiteren Trips ins Land der aufgehenden Sonne… Entsprechend wenig Vorbereitungszeit war vorhanden. Da Japan jedoch kein Neuland war, sollte die Planung eigentlich auch kein größeres Problem bedeuten – sollte…!

Fest stand, es sollte diesmal in den Süden, nach Kyushu, eine der vier Hauptinseln, gehen. Daher war der Flug – außer ein paar Problemen mit der Akzeptanz des Securecodes eines namhaften Kreditkartenanbieters – schnell gebucht. Über Osaka sollte es nach Nagasaki gehen. Wie sich alsbald jedoch herausstellte, war just zum Zeitpunkt der geplanten Ankunft in Nagasaki ein großes Festival angekündigt und die Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit drohte mangels freier Hotels schier zu scheitern. Es musste wenige Tage vor dem Abflug (kreativ) umdisponiert werden. So wurde aus einem Tagesausflug, ein 2 Tagesaufenthalt in der Provinz, ein leicht verkürzter Nagsaki-Trip und eine zusätzliche Übernachtung in der größten Stadt der Insel, Fukuoka/Hakata… Na ob das mal gut geht?

Endlich war es  nun soweit und die Lufthansa flog uns mal wieder zuverlässig bis Osaka. Bereitete der anstehende Flughafentransfer vom außerhalb, auf einer künstlichen Insel gelegenen, internationalen Kansai-Airport zum zentrumsnahen Itami-Airport und dem zu erwartende Verkehrskollaps im morgendlichen  Berufsverkehr im Vorfeld sorgen, zeigte sich das (eigentlich gewohnte) Organisaionstalent der Japaner. Koffer direkt am Airport im wartenden Bus verstaut, eingestiegen und Dank des Anschlussfluges für 0¥ in rund 40 Minuten den Flughafen gewechselt.

Auf dem Flug nach Osaka wiederum erwartete uns die gewohnte Freundlichkeit der japanischen Flugbegleiterinnen und doch merkte man ihnen an, dass sie bei (diesen) Inlandsflügen nicht oft europäische Gäste an Bord haben. Schnell wurden die englischen Durchsagen, abgelesen von einem Spickzettel, noch eingebaut.
Durch die, wegen des Festes in Nagasaki, notwendige Umdisposition war nun eine längere Fahrt mit einem Überlandbus (inkl. Umstieg) erforderlich. Selbst das erwies sich trotz Sprach- und Lesebarrieren, dank der Hilfsbereitschaft der Mitreisenden und Busfahrer als überraschend einfach, schnell und komfortabel.
Obama (ja genau, Obama, nicht der „POTUS“ sondern das Dorf 小浜) war unser erstes Ziel das wir am Nachmittag endlich erreichten. Obama, ein verschlafenes Nest in einer noch verschlafeneren Provinz. Immerhin aber, das Tor zu Mt. Unzen und stolz auf seine unzähligen heißen Onsen, den typisch japanischen heißen Quellen/Bädern. Und tatsächlich trat aus allen Öffnungen in den Straßen heißer Dampf empor. Vorallem Abends ein gespenstisches Bild.
Zu Gast waren wir in einem Ryokan, einer typisch japanischen Unterkunft mit all den zu erwartenden Hürden. Gleich am Eingang werden einem die Schuhe abgenommen und man steigt in, für Europäer definitiv viel zu kleine Schlappen (die man im übrigen vor dem Klo gegen andere Klo-Schlappen tauscht), das klassisches Zimmer mit Papierschiebwänden und Tatamimatten ausgestattet. Geschlafen wurde nahezu auf dem Boden, auf einer dünnen Matraze. Gleichwohl, nach einem ausgiebigen Bade im Onsen auf der Dachterasse, nach der anstrengenden Reise war das alles am Ende des Tages egal…

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