Heute Vormittag hieß es wieder Koffer packen, die Reise führte weiter von Kyōto in die Metropole Tokyo. Wie, wenn nicht mit dem Shinkansen könnte man die 500km in die Hauptstadt am schnellsten zurücklegen. Da wir dieses Jahr ohne den Japan-Rail-Pass unterwegs sind, entschieden wir uns heute für den Nozomi, der Kyoto in unschlagbaren 2:20 Stunden mit Tokyo verbindet! Von solch einer Verbindung träumt ein jeder Pendler in Deutschland. Die pünktliche Abfahrt und Ankunft inbegriffen, die Verspätung aller Shinkansen liegt im Durchschnitt bei unter 5 Minuten pro Tag! Ein kleiner Imbiss aus der Bento-Box durfte natürlich nicht fehlen. Übrigens, der Hochgeschwindigkeitsverkehr in Japan feiert in diesem Jahr sein 50. Jubiläum und gilt seither als sicherster Hochgeschwindigkeitszug. 

Tokyo beeindruckt wieder von der ersten Minute. Kein Vergleich zu den Millionenstädten Kōbe und Ōsaka mit zusammen etwas über 4 Millionen Einwohnern oder gar zu Kyōto mit immerhin noch 1,5 Millionen. Über 9 Millionen Menschen leben in der Stadt und die Metropolregion mit ihren 37,5 Millionen Einwohnern gilt als die größte der Welt! Jeder Stadtbezirk ist eine Stadt in der Stadt. Wie auch beim letzten mal, ist Akasaka unsere Ausgangsbasis für die Erkundung der Hauptstadt Japans in den nächsten 3 Tagen.
Den angebrochenen Nachmittag nutzen wir, um endlich einmal eine der unzähligen Spielhöllen von innen zu sehen! Bei aller Vorstellungskraft, sobald sich die Türen öffnen, scheint man in eine andere Welt abzutauchen. Die automatischen Türen öffnen sich, der Straßenlärm wird durch einen kurz vor der Schmerzgrenze stehenden Lärmpegel jäh übertönt. Das kreischendes Geräusch, in dem man Musik, Automatengepiepe, Sirenen, Geldgeklimper und vieles andere undefinierbares in Ansätzen wahrnehmen kann, begleitet einen bis man die Spielhalle durch den nächstgelegenen Ausgang wieder verlässt. Über mehrere Etage reihen sich die Spielautomaten aneinander und Generationen (!!) von Japanern füttern diese mit einer Münze nach der anderen. Sollte der Jackpot mal etwas länger auf sich warten lassen, besteht die Möglichkeit, sein Mobile-Device direkt am Automaten zu laden und sich auch mit dem notwendigsten wie bspw. Cup-Noodles einzudecken. Manch einer der Spieler hat einen mit einem Blinklicht versehenen Wagen mit hunderten (tausenden?) Münzen hinter sich stehen. Wieviele Cup-Noodles da wohl drauf gegangen sind? Nachdem wir dem Lärm trotzten entschlossen wir uns doch noch an einem Automaten unser Glück zu versuchen. Es kann jedoch unerwähnt bleiben, dass die 1.000¥ in kürzester Zeit in den Sand gesetzt wurden…

Sept
4
2014