Odaiba und Cat-Café [07.09.2014]

Am Ende der Reise ging es heute nach Odaiba. Zuvor jedoch ging es in den Park „Hama-rikyu“, einer ehemaligen Jagdanlage der damaligen Schogune. Umrandet von den Hochhäusern Shinbashi’s und den Ausläufern des Hafens stellt diese schön gestaltete Parkanlage einen Hort der Erholung inmitten des geschäftigen Treibens dar! Eine Besonderheit ist die Verbindung der Fluss- und Teichanlagen mit dem Hafengewässern, womit diese als einziger Park durch die Gezeiten beeinflusst und deren Wasserläufe entsprechend gesteuert werden. IMG_0337.JPGIMG_0338.JPG Mit einem Wasserbus, die in Tokyo zum öffentlichen Personenverkehr gehören wie die Metro, ging es weiter nach Odaiba. Die Ende der 70er-Jahre fertiggestellte, künstliche Insel in der Tokyoter-Bucht. Nach dem Erfolg der Expo 85 sollte die Insel das Leben von Morgen repräsentieren. Die automatische Hochbahn, die neben der bekannten Rainbowbridge die Insel mit dem Festland verbindet passte da sicherlich gut ins Bild. Eine Wirtschaftskrise Anfang den 90er machte diesen Traum relativ schnell zunichte. Die Insel war nahezu ausgestorben. Die Verwaltung entschloss sich daher aus dem ehemaligen Businessviertel ein Unterhaltungs- und Einkaufsviertel zu machen. Heute findet man hier riesige Mall’s mit Einkaufsmöglichkeiten, Showrooms von Toyota und Panasonic, dem Stadtstrand, Hotels, Restaurants und entsprechend viele erhohlungssuchende Hauptstadt-Japaner…IMG_0341.JPGIMG_0339.JPG Weiter ging es am späten Nachmittag nach Shibuya auf der Suche nach einem der in Japan beliebten Katzen-Cafés. Man muss wissen, dass die Japaner an sich nicht die Zeit und in ihren Wohnungen nicht wirklich den Platz haben um sich Haustiere anzuschaffen. Findige Unternehmer kamen daher auf die Idee, den Japanern dennoch die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit den Samtpfoten zu ermöglichen – mit den Cat-Cafés! Nach einer Internetrecherche und kurzer Suche fanden wir im 3. Stock eines Gebäudes (wie so alles nicht im Erdgeschoss zu finden ist…) ein solches Café und eine entsprechende Warteschlange. Für rund 1.000¥ hat man dann nach gründlicher Einweisung im Umgang mit den Tieren die Möglichkeit für 30 Minuten bei einer Tasse Kaffe oder Tee mit den Katzen zu spielen und zu schmusen (wenn man denn eine zu fassen bekommt). Dies muss man eigentlich einmal erlebt haben 😉 IMG_0342.JPGIMG_0343.JPG Nun heisst es Koffer packen, morgen geht es (leider) schon wieder an den Flughafen und zurück nach Hause… 😦

Zwischen Fischmarkt, Kaiserpalast und Roppongi [06.09.2014]

Etwas früher als sonst üblich ging es heute zum größten Fischmarkt der Welt dem Tsukiji-Fischmarkt. Dort werden die ganze Woche über (außer Sonntag) täglich über 2,5 Tonnen Meeresfrüchte angeboten. Entsprechend eng, geschäftig und nass geht es auf dem Gelände zu. Man wird stetig erinnert, dass dieser Ort nicht für Sightseeing sondern für den Handel gebaut wurde. Auf dem Gelände muss man sich immer wieder vor wild umherfahrenden kleinen Karren und großen LKW in Acht nehmen. Man merkt schnell, dass man hier eher geduldet als willkommen ist. Im Gegensatz zu anderen, hielten wir uns diskret im Hintergrund und konnten dennoch in die Materie eintauchen. Bei der morgendlichen Thunfischauktion um ab 5 Uhr wird zwischenzeitlich nur noch ein geringe Anzahl an Besuchern zugelassen, wofür man sich ab 4:30 Uhr vor Ort anmelden muss. Ab 9 Uhr öffnet die Verkaufshalle auch für Besucher die Tore. Von der Auktion haben wir nichts mitbekommen, dennoch gehört ein Sashimi vom frischen Thunfisch am Morgen einfach dazu! Der wohl frischeste und günstigste Thunfisch den man bekommen kann, einfach zu empfehlen… Auf den Kauf eines entsprechenden japanischen Messers bei einem Händler auf der Gelände hingegen kann man verzichten, MUSS es aber nicht 😉 IMG_0336.JPGDSCN5032.JPG Vom Hafen ging es zum Kaiserpalast, den wir vor zwei Jahren leider zeitlich nicht mehr in unser Rahmenprogramm packen konnten. Nach einem schönen Spaziergang durch den östlichen Garten des Palastes ging es weiter an der Palastmauer entlang zur Nijūbashi-Brücke, die den Zugang zum Kaiserpalast, in dem auch der heutige Tennō Akihito lebt, bildet und auf dem die Palastwachen positioniert sind. Ein Gesetz regelt, dass von außen nicht über die Mauern geschaut werden kann. Dies erklärt auch die Entfernung der Hochhäuser von Ginza, dem Geschäftsviertel angrenzend an den Palast. Tradition und Moderne, so nahe und doch so weit voneinander entfernt… IMG_3458.JPGIMG_0335.JPGDer Tagesabschluss fand in Roppongi, dem internationalen Szene- und Ausgehviertel statt. Die neuen, hochgezogenen Wolkenkratzern mit den edelsten Shoppingmeilen quasi auf den Hügeln über Tokyo, neben den angesagtesten Clubs der Stadt. Hier trifft man auf alle Nationen und Generationen. Hier pulsiert das Leben auf hohem Niveau…DSCN5141.JPGIMG_3480.JPG

Akihabara, Elektronik und Mangas [05.09.2014]

Als das größte Geschäftsviertel für Elektronikartikel in Japan gilt Akihabara. Neben den üblichen Spielhöllen – die für mich eigentlich „ausgestorbene“ Firma SEGA betreibt einige davon (Kindheit mit Sonic the hedgehog lässt grüßen) – findet sich eine unzählige Anzahl an mehr oder weniger seriös wirkenden Fachgeschäften zum Erwerb von gebrauchten oder neuen Technikartikeln. Für die Touristen gerne auch gleich als Taxfree angeboten. Das ein oder andere Schnäppchen kann sich hier durchaus lohnen. Das Besondere sind aber auch die kleinen Läden und Verkaufspassagen mit den marktähnlichen Ständen, an denen kleinste Elektronikbauteile und Roboter-Zubehör verkauft werden. DSCN4960.JPGIMG_0331.JPG In den letzten Jahren haben sich auch immer mehr „Maid Cafes„, in denen man von jungen Frauen in Dienst- bzw. Schulmädchenuniform sehr zuvorkommend bedient wird (nicht das was man denkt & in Japan nichts anrüchiges, im Gegenteil!), aber auch eine menge Manga Läden angesiedelt. In diesen werden über mehren Stockwerken alle möglichen japanischen Comics an alle Altersklassen verlauft. Fasziniernd… IMG_0334.JPG

Auf nach Tokyo… [04.09.2014]

Heute Vormittag hieß es wieder Koffer packen, die Reise führte weiter von Kyōto in die Metropole Tokyo. Wie, wenn nicht mit dem Shinkansen könnte man die 500km in die Hauptstadt am schnellsten zurücklegen. Da wir dieses Jahr ohne den Japan-Rail-Pass unterwegs sind, entschieden wir uns heute für den Nozomi, der Kyoto in unschlagbaren 2:20 Stunden mit Tokyo verbindet! Von solch einer Verbindung träumt ein jeder Pendler in Deutschland. Die pünktliche Abfahrt und Ankunft inbegriffen, die Verspätung aller Shinkansen liegt im Durchschnitt bei unter 5 Minuten pro Tag! Ein kleiner Imbiss aus der Bento-Box durfte natürlich nicht fehlen. Übrigens, der Hochgeschwindigkeitsverkehr in Japan feiert in diesem Jahr sein 50. Jubiläum und gilt seither als sicherster Hochgeschwindigkeitszug. IMG_0325.JPGIMG_0326.JPGIMG_0327-0.JPG Tokyo beeindruckt wieder von der ersten Minute. Kein Vergleich zu den Millionenstädten Kōbe und Ōsaka mit zusammen etwas über 4 Millionen Einwohnern oder gar zu Kyōto mit immerhin noch 1,5 Millionen. Über 9 Millionen Menschen leben in der Stadt und die Metropolregion mit ihren 37,5 Millionen Einwohnern gilt als die größte der Welt! Jeder Stadtbezirk ist eine Stadt in der Stadt. Wie auch beim letzten mal, ist Akasaka unsere Ausgangsbasis für die Erkundung der Hauptstadt Japans in den nächsten 3 Tagen.
Den angebrochenen Nachmittag nutzen wir, um endlich einmal eine der unzähligen Spielhöllen von innen zu sehen! Bei aller Vorstellungskraft, sobald sich die Türen öffnen, scheint man in eine andere Welt abzutauchen. Die automatischen Türen öffnen sich, der Straßenlärm wird durch einen kurz vor der Schmerzgrenze stehenden Lärmpegel jäh übertönt. Das kreischendes Geräusch, in dem man Musik, Automatengepiepe, Sirenen, Geldgeklimper und vieles andere undefinierbares in Ansätzen wahrnehmen kann, begleitet einen bis man die Spielhalle durch den nächstgelegenen Ausgang wieder verlässt. Über mehrere Etage reihen sich die Spielautomaten aneinander und Generationen (!!) von Japanern füttern diese mit einer Münze nach der anderen. Sollte der Jackpot mal etwas länger auf sich warten lassen, besteht die Möglichkeit, sein Mobile-Device direkt am Automaten zu laden und sich auch mit dem notwendigsten wie bspw. Cup-Noodles einzudecken. Manch einer der Spieler hat einen mit einem Blinklicht versehenen Wagen mit hunderten (tausenden?) Münzen hinter sich stehen. Wieviele Cup-Noodles da wohl drauf gegangen sind? Nachdem wir dem Lärm trotzten entschlossen wir uns doch noch an einem Automaten unser Glück zu versuchen. Es kann jedoch unerwähnt bleiben, dass die 1.000¥ in kürzester Zeit in den Sand gesetzt wurden…IMG_0328-0.JPGIMG_0329-0.JPG

Nijō-Schloß & Gartenkunst [03.09.2014]

An unserem letzten Tag in der alten Hauptstadt Kyōto besuchten wir das „Nijō-Schloss“ aus dem 17. Jahrhundert in der Nähe des Kaiserpalastes, welchen wir bereits 2012 besichtigt hatten. Das Schloss wurde seiner Zeit vom damaligen Shōgun als Zeichen der Stärke der Militärherrschaft geplant und nach 23 Jahren letztendlich fertiggestellt. Als die Shōgunherrschaft Mitte des 19. Jahrhunderts endete, ging der Besitz an die kaiserliche Familie über, welche es 1939 der Stadt Kyōto übertrug. Seit dieser Zeit ist das große Areal für Besucher zugänglich. Wenn man sich in den Räumen und Fluren der Gebäude bewegt, ist es nicht möglich dies unbemerkt zu tun. Aufgrund der Bauweise erzeugt jeder Schritt ein quietschendes, auch an eine Nachtigall erinnerndes Geräusch. Alarmanlage anno 1700, erfunden von Japanern! 😉 IMG_0320.JPGIMG_0319.JPG Mit dem Bus ging es anschließend weiter zum „Kōdaiji-Tempel“, der zum Gedenken an einen politischen und militärischen Strategen, von dessen Frau Nene Anfang des 17. Jahrhunderts gegründet wurde. Der dazugehörende Garten ist in ganz Japan für sein prächtiges Gartenarrangement bekannt. IMG_0323.JPGIMG_0322.JPG Bevor der Tag erneut mit Sushi vom Band ausklingen sollte, besuchten wir noch den „Nishiki Itchiba“, einen seit rund 400 Jahren bestehenden Markt, auf dem an mehr als 130 Ständen nahezu alles, vor allem aber frischer Fisch, Gemüse, Gewürze, an den Mann bzw. die Frau gebracht wird. Für weniger als 1 Euro kann man an den verschiedensten Ständen kleine Snacks zu sich nehmen. Die frischen Sashimi-Spieße sind unbedingt zu empfehlen! Bleibt nur noch, sich von Kyōto zu verabschieden. Morgen geht es weiter nach Tokyo. Auch wenn wir zum zweiten mal hier waren, gab es wieder neues zu entdecken und altes zu genießen 🙂