Als früherer Hauptstadt Japans besitzt Kyoto natürlich auch einen Kaiserpalast. Japaner selbst dürfen die Außenanlagen des Palastes nur in einer Woche des Jahres besuchen, daher stellt der Palast für die Japaner etwas besonderes dar. Ausländische Touristen bekommen meist eine kurzfristige Besuchsgenehmigung. Daher machten wir uns morgens zuerst auf den Weg zur „Householding Agency“ des Palastes und bekamen dann tatsächlich unter Vorlage unserer Reisepässe und auf Antrag eine Besuchsgenehmigung im Rahmen der Führung am frühen Nachmittag…
Weiter ging es in eine – wie eine kleine Stadt angelegte – Tempelanlage in der sich noch heute eine in ganz Japan angesehene Zen-Buddhismus Schule befindet. Im „Daisen-in“ Tempel konnten wir einen wunderschön angelegten Zen-Garten bestaunen und im Anschluss nochmals unsere neu gewonnen Erkenntnisse über die Teezeremonie bei einer abschließenden Tasse Tee überprüfen. Zu unserer Überraschung konnten wir uns mit dem Abt des Tempels noch auf deutsch unterhalten 🙂 ein weiser Mann! Leider konnten wir uns der Ruhe der Tempelanlage nicht weiter hingeben, denn unsere Führung durch den Kaiserpalast stand an. Auf dem Weg zum Bus ging es noch durch einen kleinen, angenehm kühlen, Bambuswald… Ein ungewöhnliches Bild.
Die Führung durch die Außenanlagen des Palastes bot allerlei Eindrücke in das Palastleben. Durch dieses Tor darf bis heute nur der Kaiser, durch jenes nur die Kaiserin. Über rote Tatamimatten laufen die einfachen Leute, während blau umrandeten nur einem erlauchten Kreis betreten werden dürfen. Die Besichtigung des Gartens war ein schöner Ausklang der Besichtigung.
Vom alten Kaiserpalast aus, ging es weiter zum bekannten „Goldenen Pavillon“ dem „Kinkaku-ji“. Eine mit Blattgold überzogene Pagode passt sich hier gut in eine Seenlandschaft und in viel Grün ein.

Da uns gestern die Zeit einen Strich durch die ursprünglichen Planungen machte, beeilten wir uns heute umso mehr ans andere Ende der Stadt zu gelangen. Vom „Kiyomizu-dera“-Tempel konnten wir heute den Sonnenuntergang über Kyoto bewundern.
Nach etwas längerer Suche am Abend fanden wir dann doch noch ein Restaurant das geöffnet hatte (ansonsten hatten fast nur noch die japanischen „Schnellrestaurants“ offen). Merke: in Kyoto wird in richtigen Restaurants vor 21 Uhr gegessen… Es gab eine Art Fondue. In der vorbereiteten Brühe wurden am Tisch hauchdünn geschnittene Scheiben vom Schwein und Rind mit allerlei Gemüse gegart und abschließend, vor dem Verzehr, durch rohes Ei gezogen. Sehr lecker!

