Grünes Tokyo & Teezeremonie [21.08.2012]

GRÜNES TOKYO & TEEZEREMONIE

Über das Tourismusbüro der Stadt Tokyo kann man als Einzelreisender oder als Gruppe mit bis zu 5 Personen kann man aus mehreren kostenlosen (nur die Fahrtkosten und Eintrittsgelder für sich selbst und die Guides müssen übernommen werden) und privat geführten Touren durch Japans Hauptstadt wählen – das ganze sogar auf deutsch!

Für uns stand die Gartentour mit anschließender Teezeremonie an. Vom Hotel ging es nach dem Frühstück mit der U-Bahn zum vereinbarten Treffpunkt im Tokyo Metropolitan Building, dem Rathaus untergebracht in 2 riesigen Türmen. Übrig ens empfiehlt sich für die Nutzung der U-Bahn eine aufladbare Fahrkarte, die Suica (wird von einem kleinen Pinguin angepriesen: Klick zum Video auf YouTube ).

Vor Ort empfingen uns zwei Japanerinnen mit einem, untypisch für Japan, Handschlag. Die ältere von beiden ist Englisch-Lehrerin und hat mit 40 Jahren angefangen deutsch zu lernen. Außerdem waren beide sehr über die Finanzproblematik in Europa informiert und strikt gegen Atomkraft (hier baut sich eine richtige Bewegung auf…) ! Außerdem freuten sie sich darüber, dass wir den Weg nach Japan fanden und unseren Urlaub in ihrem schönen Land verbringen. Der Tourismus leide immer noch sehr stark seit dem Erdbeben und der Atomkatastrophe im März 2011!

Sie führten uns zu Fuß durch die Stadt, vorbei an der Shinjuku Station dem meist frequentierten Bahnhof der Welt, mit täglich rd. 3,5 Mio Reisenden, in den wunderschönen Shinjuku-Goen National-Park. Eine grüne Lunge im Herzen der Stadt mit einem wunderschönen japanischen Garten. Neue Energie an diesem sehr heißen Tag schöpften wir auf Anraten unserer Begleiterinnen bei der Umarmung eines 400Jahre alten Ginko-Baums!

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Weiter ging es zu der Teezeremonie in einem Hotel. Der Gründer des Hotels lies die gesamte 7 Etage umbauen um seinen internationalen Gästen die japanischen Traditionen näher zu bringen. Die Kunst des Blumensteckens und der Gartengestaltung sind eng mit der Teezeremonie verbunden, von daher war dieAusübung dieser Zeremonie immens wichtig im Leben. Früher war diese ausschließlich Männern vorbehalten. Zuerst wäscht man sich mit einem Kelch an einer Wasserstelle die Linke, dann die rechte Hand, abschließend den Mund. Anschließend betritt man das Teezimmer. Der Gastgeber reicht den Gästen zwei kleine Süßigkeiten (auch in Vorbereitung auf den durchaus bitteren Tee) woraufhin sich alle voreinander verbeugen. Die Zubereitung des Tees ist mit strengen Ritualen verbunden, alles hat auf dem Tisch seinen Platz und seine Ausrichtung. Jede Tasse wird einzeln zubereitet und mit einer tiefen Verbeugung in die Linke Hand übergeben. Nun dreht man die Tasse mit der rechten Hand 3x im Uhrzeigersinn (damit man nicht mit dem Mund die „heiligen“ Symbole berührt. Der Tee wird langsam ausgetrunken. Die leere Tasse wird 3x gegen den Uhrzeigersinn gedreht und mit einer Verbeugung dem Gastgeber übergeben. Dies wiederholt sich immer und immer wieder. Eine sehr meditative Art Tee zu genießen und mit Blick auf den Garten sehr entspannend!

Eigentlich findet die Zeremonie in einem mit Tatami Matten ausgelegten Raum auf Knien sitzend statt. Diesen Betritt man ohne Schuhe und kann nur gebeugt durch den sehr niedrigen Eingang eintreten. Dadurch betreten die Gäste diesem Raum mit Demut und Respekt, außerdem war es Kriegern mit Waffen unmöglich sich so tief zum eintreten zu bücken. Den letzten Tee genossen wir in einem solchen Raum, traditionell auf Knien sitzend… Eine schmerzhafte Erfahrung für Europäer 🙂

Die Tour endete hier, unsere Begleiterinnen brachten uns noch zurück zum Rathaus, von dessen 45. Etage wir einen kostenlosen Ausblick auf Tokyo genießen konnte!

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Weiter ging es zur Tokyo Station um die JapanRail-Pässe für unsere Fahrt am 23.08. nach Sapporo einzutauschen. Um den Bahnhof herum noch eine kleine Route aus dem Reiseführer abgelaufen und eine alte Brücke gesehen, von deren Mittelpunkt aus, früher alle Entfernungen von Japan gemessen wurden. Vorbei an der Japanischen Nationalbank in Form des ¥ (Yen) ging es in eine Strasse direkt an der JR-Trasse auf der sich ein Restaurant an das andere reiht… In einem Kellerrestaurant gabs leckeres Essen, dass zuvor an einem Tablet-PC direkt am Tisch bestellt werden musste. Eine innovative Idee 🙂

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